Die Taube und der Gartenzwerg
oder:
Warum der Gartenzwerg sich nicht mehr
von der Stelle rührt.

Ein hübscher kleiner Gartenzwerg mit Gummistiefelbeinen,
gießt Rosen, passt im Garten auf und ist mit sich im Reinen.
Am Abend, wenn die Sonne sinkt, dann gönnt er sich ein Bier.
Und murmelt leis: “Wie wunderschön und friedlich hab ich’s hier.”

Im Primelbeet ist alles ruhig. Doch auf der Gartenlaube
da tippelt und da tappelt diese fette graue Taube!
“Ich muss doch bitten,” ruft der Zwerg “das hier zu unterlassen!”
Die Taube ist komplett verliebt und kann ihr Glück kaum fassen!

Sie fliegt und flattert, gurrt und landet auf dem Mützenzipfel.
Der kleine Zwerg wird puterrot und schreit: “Das ist der Gipfel!”
“Gruh, gruh!” singt jetzt die Taubenfrau und knabbert schon das Ohr
des auserwählten Zwerggemahls. Der kommt sich dämlich vor.

Verlegen blickt der kleine Mann auf Primeln, Tulpen, Veilchen.
Und hofft: “Wenn ich mich nicht beweg, dann geht sie nach nem Weilchen.”
Und spielt verzweifelt “Toter Mann”, steht still auf seiner Stelle.
Die graue Taube stört das nicht: Sie hockt ihm auf der Pelle.

Sie putzt sich für den Liebsten raus. Und plustert ihr Gefieder.
Der Zwergenmann wird mitgeputzt – nur dem ist das zuwider.
So geht das jetzt seit Jahren schon. Man sagt: Sie sind ein Paar.
Der Zwerg, steht heute noch ganz still. Sie findet’s wunderbar!
(Die Taube und der Gartenzwerg, Anne K. Strauch (Celler Schule 2004))

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