Unerreichbar nah
(Buchseite 188)

Es regnet schon seit Stunden – oder Wochen?
Im Dunkeln steh ich hier vor deinem Haus.
Ich stehe hier – durchnässt bis auf die Knochen.
Und immer wieder geht meine Zigarette aus.
Die Straße sieht so friedlich aus wie immer.
Ich steh hier, doch ich wart auf keinen Bus.
Ich seh das gelbe Licht in eurem Zimmer
Wer bin ich dass ich mir das antun muss?

Ich lieb dich. Dafür möchte ich dich hassen.
Und dafür, dass es immer schon so war.
Ich kann nicht mehr und will es doch nicht lassen.
Und du – du bist so unerreichbar nah.

Bei euch wird’s langsam Zeit fürs Abendessen,
dein Großer deckt den Tisch wie jeden Tag.
Die Kleine hat zu viel Bonbons gegessen,
und sie verkündet, dass sie heut nur den Nachtisch mag.
Sie lächelt, und du setzt ihr nichts entgegen.
Und immer wieder schaust du auf die Uhr.
Du schiebst den Teller weg, horchst auf den Regen
und keiner der dich fragt: „Was hast du nur?“

Ich lieb dich. Dafür möchte ich dich hassen.
Und dafür, daß es immer schon so war.
Ich kann nicht mehr und will es doch nicht lassen.
Und du – du bist so unerreichbar nah.

Die Kleine geht ins Bett, dein Großer liest noch eine Weile.
„Der Hund muß nochmal raus,“ sagt deine Frau.
„Ich geh ja schon,“ sagst du und tust als hättst du wenig Eile.
Nur deine Stimme klingt ein bißchen rau….

Ich lieb dich. Dafür möchte ich dich hassen.
Und dafür, daß es immer schon so war.
Ich kann nicht mehr und will es doch nicht lassen.
Und du – du bist so unerreichbar nah.

(Rainer Bielfeldt; Text: Edith Jeske)

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