Reimspielereien (Buchseite 127)

 

Es gibt promiske Reime (-on, -ieren), monogame Reime (überwintern) und solche, die so sind wie Sie und ich: eine Handvoll Partner muss reichen (Kunst – verhunzt, Dunst, Gunst, Brunst ist eine solche kleine Kommune, die wir sehr mögen – obwohl noch keiner daraus uns bisher nennenswerte Dienste erwiesen hätte). Und dann gibt es noch diejenigen Reime, die erstmals 1997 von der Berliner Stadtzeitung Zitty ins Gespräch gebracht wurden: die Primreime. Der Begriff hat sich eingebürgert.
Primreime sind Reime, die sich – wenn ein reiner Reim verlangt wird – auf kein anderes Wort reimen: z.B. gelb, sanft, Mensch oder Film. Ein sprachenübergreifender Reim auf Mensch ist allerdings im Schlager „Wärst du doch in Düsseldorf geblieben“ sehr berühmt geworden:

Was will so ein feiner Mensch
hier auf unsrer Ranch?

(aus: „Wärst du doch in Düsseldorf geblieben“, Dorthe, Text: Georg Buschor)

An Originalität übertroffen wird das nur von Bodo Wartke, der den Primreimwettbewerb, den Zitty in der Berliner Verallgemeinerten regelmäßig ausschrieb, zum Primreimwort Onkel mit diesem Vers gewann:

Zur Suppe nimmt der On-kel
am liebsten die Bouillon-kell‘.

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