Sisters of Comedy – der Podcast

Von Turid Müller
Sonja Gründemann hat den Podcast zur Show ins Leben gerufen. Mit dabei sind natürlich auch ExCellentinnen…

Sonja Gründemann sagt über sich selbst:
„Ich hab zwei Herzen in meiner Brust: Das Bühnen-Herz und das Business-Herz!“
In ihren Programmen behandelt sie unter anderem auch Frauen-Themen. In der Arbeitswelt unterstützt sie Menschen dabei, auf ihre Business-Bühne zu finden.
Von Anfang an (also seit 2018) ist sie bei den Sisters of Comedy dabei. Sie schätzt die Initiative, weil immer noch zu wenig Frauen auf den Bühnen sind: „Ich möchte gerne Frauen ermutigen, raus auf die Bühne zu gehen!“
Ziel des Podcasts ist, für das Thema Gleichstellung regelmäßig Aufmerksamkeit herzustellen. Anders als die parallelen Shows der Sisters (jeweils am 2. Montag im November) findet er nicht nur ein Mal im Jahr statt.
Wie kam es zu der Podcast-Idee? Die Kabarettistin podcastet gern. Sie betreibt bereits den Business-Auftritt-Podcast „How to impress“. Und gerade jetzt, nachdem die Benefiz-Aktion der Sisters in den letzten Jahren unter der Corona-Pandemie gelitten hat, ist es Ihr es ein Anliegen, den Sisters durch das neue Format eine weitere Plattform zu bieten. Sie findet bei den Sisters toll, dass es „um das Gemeinsame“ geht „und kein Gegeneinander“ ist. Motto: „Es kann nur viele geben!“
„Ich hab da schon so viele tolle Frauen kennengelernt!“ sagt sie über die jährlichen Shows. Und durch den Podcast lernt sie nun noch mehr Comediennes kennen.
Im Podcast zu Gast waren zum Beispiel schon die Gründungs-Sister Dagmar Schönleber (Celler Schule 2018) und ich (Celle 2016) – als Hamburger-Patin der ersten Stunde.
Und am 14.11. ist es dann wieder soweit:
Die Sisters stehen bundesweit auf der Bühne – auch hier sind bereits jetzt viele ExCellent*innen Patin oder fürs Lineup gelistet:

Jutta Wilbertz im Gemeinschaftshaus Drosten/Wulfen; HüperBel im HsD Museumskeller in Erfurt; Anette Heiter im Kabarett der Galgenstricke in Esslingen; Turid Müller (mit Quotenmann Michael Hierer) und Feli auf dem Hamburger Theaterschiff; Dagmar Schönleber im Stollwerck in Köln; Die Schrillen Fehlaperlen inklusive Ferdi Riester in der Turn- und Festhalle Neufra; Anne Folger im Loni-Übler-Haus in Nürnberg; Katie Freudenschuss und Sarah Hakenberg im Ebertbad in Oberhausen.

 

Sonja Gründemanns Aufruf an die Sisters ist, sich bei ihr zu melden, per Mail oder über die sozialen Medien. „Nicht nur, wenn du Patin bist, sondern auch, wenn du Sister bist, und mitmachen möchtest!“
Also: Ran an die Buletten, Mädelz!

Sisters of Comedy – Nachgelacht

Von Turid Müller

Der 12.11.2018 ist nicht irgendein gewöhnlicher Tag: Am 12. November feiert Deutschland 100 Jahre Frauenwahlrecht. Bundesweit erinnern Künstlerinnen daran, dass es trotzdem in Sachen Gleichberechtigung noch genug zu tun gibt. – Save the date!

124 Komikerinnen stellen an 22 Spielorten unter Beweis, dass Frauen komisch sind – und zwar auf der Bühne. Das wird ja von Kollegen und Kolleginnen (!) aus der Branche gern mal in Frage gestellt. Unter anderem dieses Vorurteil gab den Anstoß für die Aktion, die ab jetzt jährlich stattfinden wird, wenn es nach den „Sisters“ geht, die sich zusammen geschlossen haben. Denn auch in unserer Branche klafft noch immer eine Lücke zwischen Soll und Haben der Gleichstellung: Im Kleinkunst-Bereich ist es keine Seltenheit, die einzige Frau am Abend zu sein. Und das liegt nicht unbedingt am Frauenmangel, wie zum Beispiel Kollegin Anny Hartmann eindrucksvoll mit ihren ‚Gelben Seiten für Machos‘ zeigt: Auf ihrer Homepage sammelt sie die Daten von Kabarettistinnen. Und – voila: Es gibt sie! – Sie werden nur nicht eingeladen. Je höher Frau nach oben kommt auf den Brettern, die die Welt bedeuten, desto dünner wird die Luft. Da geht es uns nicht viel anders als den Frauen in anderen Berufen.

In der Pressemitteilung des Netzwerkes heißt es:

 

„Vor 100 Jahren durften Frauen zum ersten Mal wählen. Und heute? Wählen sie immer noch: ob sie Kinder kriegen oder Karriere machen, ob sie ein Dirndl oder einen Antrag auf Hartz IV ausfüllen, ob sie sich damit abfinden, dass Männer immer noch mehr verdienen oder ob sie Krawallschachteln werden, die sich wehren. Frauen sind Bundeskanzler und Verteidigungsminister. Frauen haben eigene Parkplätze. „Ja, was wollt Ihr denn noch?“ hört man da oft. Vieles! Mehr Gehör, mehr Rechte.

Ja, Frauen sind komisch, viele sogar beruflich. Und die haben sich jetzt endlich zusammengetan und „den Richtigen“ gefunden. Den richtigen Moment, um ein Zeichen zu setzen! Denn: Humor ist die Reinform des Widerstands!

In Zeiten, in denen man wieder über Frauenrechte und Meinungsfreiheit diskutieren muss, der Wind von rechts weltweit schärfer bläst und auch in westlichen Kulturen ein sehr konservatives Frauenbild neu propagiert wird, gehen die Komikerinnen in die Offensive! „Sisters of Comedy – Nachgelacht“ ist fernab von Witzen über Frustshopping und Bindegewebe – keine Frauenquotengala, keine Männerschelte, einfach eine grandiose, fulminante Show, mit allem, was Deutschlands brodelnde Komikerinnen-Szene zu bieten hat: Comediennes, Musik-Kabarettistinnen, Poetry-Slammerinnen und noch viel mehr.

Als ob das noch nicht guter Zweck genug wäre, spenden die Sisters of Comedy einen Teil der Einnahmen an lokale Frauenhilfsprojekte, die sich auch an Ort und Stelle präsentieren.“

Ich habe das Glück, im Polittbüro in Hamburg als Patin die Veranstaltung zu managen. Und das Lineup unserer Show (wie auch das anderer Städte) kann deutlich mehr als nur Spuren von Celler Schule enthalten: Mit dabei zum Beispiel Katie Freudenschuss und Anette Heiter. Daneben aber auch Karmen im Nebel – und Sandra Kreisler, die moderierend durch den Abend führt. An den Tasten: Der Quotenmann des Abends: „Mein“ Pianist: Stephan Sieveking. Dem Spielort und dem Thema gemäß haben wir inhaltlich eine eher politische Ausrichtung. Wer nicht so Comedy-affin ist, findet hier also sicher auch was „Vollkörnigeres“.

Gleichberechtigung geht ja bekanntlich alle an. Und ich finde es großartig und leider nötig, dass sie auch in unserer Branche diskutiert und zum Thema gemacht wird. Insofern freue ich mich, wenn Ihr die Werbetrommel rührt, Pressekontakte zur Verfügung stellen mögt, auf andere Art einen Beitrag leisten wollt – oder einfach vorbei schaut und Euch von unserem Programm berühren lasst!

In unserer kleinen Welt aber vor allem in der großen Welt da draußen ist das gleichberechtigte Miteinander aller Geschlechter noch immer eine Baustelle. Sisters of Comedy möchte mehr sein als nur eine Show. Es geht auch und vor allem darum, das Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit auf die Sache zu lenken. Also: Packen wir’s an!