ExCellent durch die Krise – Kreative Wege in Zeiten des Lockdown (Teil I )

Von Turid Müller

Was machen eigentlich die Absolvent*innen der Celler Schule jetzt, wo die Spielstädten geschlossen sind? – Weiter! Aber oft auf anderem Wege…

Mario Rembold

Mario Rembold, Celler Schule 2015, ist (im bürgerlichen Beruf) Wissenschaftsjournalist. Er betrachtet den Ausnahmezustand durch die Brillen seiner beiden Professionen, die auf unterschiedliche Weise vom Shutdown betroffen sind: „Mein Song Tausend Smileys und ein Herz entstand im heimischen Wohnzimmer (Wo sonst?). Was mach ich sonst so? Als Wissenschaftsjournalist schreibe ich und telefoniere auch schon mal mit Forschern. Da ich meist zuhause arbeite, ist das keine große Umstellung. Sorgen habe ich trotzdem, was meine Auftragslage in naher Zukunft betrifft. Vieles wird sich ja ändern, für jeden von uns. Erstmal ist wichtig, gesund zu bleiben und die Menschen um uns zu schützen.“

Aus professioneller Sicht aus der Welt der Wissenschaft hat er einen Wunsch: „Leider gibt es in den digitalen sozialen Netzen derzeit massenhaft selbsternannte Experten, die mit gefährlichem Halbwissen fragwürdige Thesen verbreiten und damit Klicks generieren. Als Wissenschaftsjournalist wünsche ich mir jetzt, dass wir ausnahmsweise mal alle auf die seriösen Stimmen hören.

Melvin Haack

Als Songschreiber und Bühnenbiologe will ich aber auch, dass wir dabei unseren Mut und Humor behalten. Momentan ist das Wichtigste: Meidet soziale Kontakte! Damit schützt ihr euch und eure Lieben. Aber hey: Ihr dürft trotzdem Spaß haben, mit Freunden videochatten, lustige Videos anschauen oder selber filmen. Seid kreativ oder fahrt einfach mal runter. Es gibt eine Welt nach SARS-CoV-2. Bis dahin lasst uns die Menschen um uns herum schützen, lasst uns gesund bleiben – damit es für all unsere Lieben auch ein Leben nach Corona gibt.“

Melvin Haack, Celler Schule 2016, ist in Wohlstandsquarantäne. Diese gibt ihm und seiner Band Schnaps im Silbersee aber ganz offenbar Zeit für neue Musikvideos.

Und da ist er nicht allein. Viele Kreative stehen statt auf der Bühne zurzeit im Netz.

Michael Krebs

So zum Beispiel auch Michael Krebs, Celler Schule 2003. Er hat einen Online-Channel live aus dem Wohnzimmer ins Leben gerufen, um in Kontakt mit seinem Publikum zu bleiben, und mich damit auf die Idee zu diesem Artikel gebracht. Er hat übrigens seit Neustem in einen Spuckschutz auf dem Flügel investiert. – Ich zitiere: „Irre, was man alles schafft, wenn mal mal gar nichts tut!“

Dagmar Schönleber, Celler schule 2018, ist in der Krise regelmäßige Gästin in der Geistershow vom Hoftheater Baienfurt, Samstags 20:15. Dort spielt sie das Lied der Woche zur Lage der Nation. Und sie war im WDR-Portal #weiterlachen zu sehen. Zur Frage, was sie von einem eigenen Live-Channel hält, sagt sie: „Ich selbst bin noch nicht live gegangen, werde das auch vorerst nicht tun, da ist dieses Überangebot und ich würde das jetzt auch nicht exzessiv betreiben wollen…“

Dagmar Schönleber (Foto: Ralf Bauer)

Stefan Noelle, Celler Schule 2009, sieht die neuen Blüten, die die Kulturszene in Corona-Zeiten im Internet treibt, kritisch: „Ich nutze die freiwerdende Zeit vor allem zum Üben. Mich zu verbessern, damit ich nach der Krise im Zweifel noch mehr gefragt bin, ist immer ein gutes Ziel. Zum Schreiben fehlte mir bis jetzt die Muße, denn Verschiebungen und Umbuchungen erfordern Zeit. Skeptisch bin ich gegenüber dem ganzen freien Content, der jetzt von uns Kreativen massiv ins Netz gedrückt wird. Ich halte das für eine gute Möglichkeit zur Klientelpflege, bezweifle aber stark, dass das tatsächlich eine dauerhafte wirtschaftliche Grundlage für ganz viele sein kann. Im Gegenteil befürchte ich da eher eine weitere Entwertung unserer Arbeit, wenn wir jetzt massenhaft zeigen, dass wir alle bereit sind, ohne Bezahlung schöne Sachen zu machen. Unser Publikum darf uns ruhig ein bisschen vermissen, oder? Dann will es uns danach um so mehr wiedersehen.“

Und ich (Celler Schule 2016, by the way)? Ich habe keine Lust, mich durch vermeintlich unbürokratische Anträge und dergleichen zu arbeiten. Und ebenso wenig möchte ich, dass die kreative Selbst- und Frendausbeutung nun online fortgesetzt wird (Stichwort „Honorar können wir leider nicht zahlen, wir zahlen ja schon das Kamera-Team…“). Lieber mache ich aus der Not eine Tugend und freue mich, endlich Zeit zu haben: Ich schreibe an meinen Musical-Projekten, und sitze an neuen Songs für mein Programm. Mein persönliches Experiment heißt „Crowdfunding„: Dieser Tage startet ein Blog, der meine virtuelle Bühne sein wird in dieser Zeit. Wer will, kann sich gratis inspirieren lassen. Wer möchte kann aber auch solidarisch sein und spenden. Wofür: Für neue Gedichte, Geschichten, Sprüche und Songs, die uns online durch die Tage der Isolation begleiten, und die hinterher auf die Bühne kommen. Dann, wenn es wieder geht. Und bis dahin gilt: #wirbleibenzuhause

 

 

Konnst du mi hern

von Turid Müller

Aktuelle Single der Hundskrippln: Eine Rockballade über den Tod.

Die Mundart-Band ist eigentlich „für fetzige bayrische Lieder bekannt“. Doch die aktuelle Single hat eine ganz andere Note: Es geht um den Tod. Und um die Frage: Was passiert danach?

Als Nordlicht mag man sich fragen: Was ist das eigentlich? Hundskrippln? Die Website der bayrischen Boygroup liefert Antworten: „Hundskrippln ist ein bayerisches Schimpfwort für einen gerissenen, gemeinen Kerl oder die Bezeichnung für ein ungezogenes Kind.“ So versteht sich auch der Kommentar der Stadlpost zur Single: „Die Hundskrippln werden erwachsen“!

Leadsänger Manuel Peisker ist der Haupt-Texter des neuen Songs. Matthias (Hias) Riegler – Celler Schule 2019 – hat bei dem Song das Drehbuch geschrieben und Regie geführt. Kameramann war Lukas Plöchl aus Österreich. Schnitt: Thomas Eberl (der Gitarrist). „Konnst du mi hern“ ist die erste Single vom zweiten Album. Es wird im Herbst erscheinen. Es ist der erste Song, den die Band bei Erwin Bader aufgenommen hat, einem Produzenten aus Wien. Bekannt ist Bader unter anderem durch das Erfolgsduo ‚Pizzera&Jaus‘. Auch hat er die ESC-Gewinnerin Conchita Wurst produziert.

„Es gab trotz des traurigen Inhalts beim Dreh immer mal wieder Momente, an denen wir rumgeblödelt und gelacht haben,“ erzählt Hias. „Ich denke es ist auch wichtig bei so einem traurigen Song, da man sich sonst irgendwann gegenseitig runterzieht. Gleichzeitig ist es aber genauso wichtig, sich wenn die Kamera läuft dann wieder schnellstmöglich in die Lage zu versetzen, um das Ganze auch authentisch und glaubwürdig rüber bringen zu können.

Ich selbst spiele ja den Verstorbenen im Video. Ich wurde oft gefragt, ob es denn nicht schwierig sei, da sein eigenes Sterbebild anzuschauen und einen Toten zu spielen. Ich empfand das aber nicht als schwierig, da für mich hier der künstlerische Aspekt im Vordergrund steht. Die Musik und auch eventuell dazugehörige Videos sind einfach Emotion pur, egal ob fröhlich, traurig oder sonst was. Das ich persönlich dann eben diesen jenen gespielt habe steht für mich völlig im Hintergrund.“

Dem emotionalen Video werden Worte aber nur begrenzt gerecht. „Gänsehautmomente“ müsst Ihr Euch selbst abholen. Schaut mal rein! – Ihr seid nicht die Ersten. Das Video hat schon eine beachtliche Anzahl von Views.- Der Tod geht uns eben doch alle an.

Eine Frage der Blickrichtung – Feindlers Monatsgedicht März bezieht Stellung zu Hanau, Thüringen und Halle

Zusammengestellt von Turid Müller

Er findet Worte für die Ereignisse, die dieser Tage vielen die Sprache verschlagen haben…

 

Im Newsletter März empfiehlt Michael Feindler einen Beitrag vom Deutschlandfunk – schon ein paar Jahre alt, aber leider noch immer aktuell. Es sei eben – mein Feindler:

Eine Frage der Blickrichtung

Wir können es nur schwer ertragen –
doch, wie es dazu kam, verstehen.
Und sollte irgendwer nun sagen,
er habe das nicht kommen sehen,
was sich seit tausenden von Tagen
am Horizont zusammenbraute,
der muss sich heute ernsthaft fragen,
wohin er all die Jahre schaute.

Wegbereiter für die tödlichen Folgen der Hetze, wie wir sie in Hanau erleben mussten, will der Textdichter nicht nur in den Reihen der AFD sehen. Und so legt er uns Lesenden einen Text der Krautreporter ans Herz, der auch die Rolle der Unionsparteien aufs Korn nimmt.

 

Er schließt mit den Worten:

„Alles Gute und einen aufmerksamen Blick“!

In diesem Sinne…

 

Risikobereitschaft – Feindlers Wort zum neuen Jahrzehnt

Eingestellt von Turid Müller

Das aktuelle Monatsgedicht gibt uns den Wunsch zu Besonnenheit mit auf den Weg.

 

Was werden wir aus dem neuen Jahrzehnt machen? fragt Michael Feinder. Und: Was werden die künftigen politischen Debatten bringen? Werden wir es lernen, „demokratisch notwendige“ von denen zu unterscheiden, die „überflüssig“ sind? Oder machen wir weiter wie bisher?

„Welche dieser beiden Optionen die größeren Risiken birgt, hängt vom konkreten Fall ab. Es soll ja sogar Fälle geben, in denen die unbedingte Beibehaltung eines Status quo diesen Status quo erst recht gefährdet.“ Im Gedicht geht es folgerichtig um „gesunde und ungesunde Formen von“:

 

Risikobereitschaft

 

Du hast mir häufig imponiert
mit Deinem Hang zum Risiko.
Da hab ich manchmal Neid verspürt,
noch öfter dachte ich: „Chapeau“,

 

weil ich mich selbst so wenig traute,
zumal ich das Spontane mied
und gern auf die Statistik schaute,
bevor ich irgendwas entschied.

 

Statt mich, wie Du, ins Abenteuer
zu stürzen und mal viel zu wagen,
war mir das nie so ganz geheuer
und ständig hörtest Du mich fragen:

 

„Was tust Du, wenn Dir was passiert?“
Dann kamst Du nachher grinsend an
und meintest: „Hat ja funktioniert.“
Das ändert aber nichts daran,

 

dass ich inzwischen klar erkenn:
Es ist bescheuert, was Du machst.
Das sag ich Dir persönlich, wenn
Du aus dem Koma noch erwachst.

Ernst Neubach im Porträt

Von Claudia Karner (Celler Schule 2006)

Ein Lied geht um die Welt… 1933 gelang dem Textdichter Ernst Neubach ein genialer Wurf. Er schuf gemeinsam mit dem Komponisten Hans May einen Jahrhundert-Hit, der den Tenor Joseph Schmidt unsterblich machte. Die Premiere des gleichnamigen UFA-Tonfilms fand am 9. Mai 1933, einen Tag vor der Bücherverbrennung, in Berlin statt. In der Übersetzung My Song Goes Round The World eroberten Lied und Film ein Jahr später den englischen Sprachraum. Heuer jährt sich der Geburtstag von Ernst Neubach, der in späteren Jahren auch eine beachtliche Karriere als Regisseur und Filmproduzent machte, zum 120. Mal. Grund genug, wieder einmal ganz tief ins Archiv zu tauchen.

ICH HAB’ MEIN HERZ IN HEIDELBERG VERLOREN

Ernst Neubach wurde am 3. Januar 1900 als Sohn des jüdischen k. u k. Eisenbahnbeamten Albert Neubach und dessen Frau Marie in Wien geboren. Er besuchte die Volks- und Bürgerschule sowie die Handelsakademie. Nach einem vierwöchigen Einsatz im 1. Weltkrieg im Frühjahr 1918 wurde er für untauglich erklärt und schlug sich als Plakatierer durch, ehe er seine ersten Kabarett- und Schlagertexte verfasste. Für das Singspiel Ich hab‘ mein Herz in Heidelberg verloren, das Fred Raymond (bürgerlich: Friedrich Raimund Vesely) 1927 komponierte, schrieb Neubach zusammen mit Fritz Löhner-Beda das Libretto und die Liedtexte. Das titelgebende Lied wurde ein Ohrwurm, von dem auch fast 100 Jahre danach noch die Heidelbergische Touristikwerbung profitiert. Der gleichnamige Film mit Adrian Hoven in der Hauptrolle folgte erst 1952.

HEUT’ IST DER SCHÖNSTE TAG IN MEINEM LEBEN

Neubach pendelte in den 1920er Jahren zwischen Berlin, Wien, München und Amsterdam und trat auch als Conferencier auf, u. a. im Wiener Simpl. Über seine Schlagertexte fand er Kontakt zum Tonfilm und schrieb seine ersten Drehbücher. 1932 lernte er den Tenor Joseph Schmidt kennen, mit dem ihn eine lebenslange Freundschaft verbinden sollte. Nach Ein Lied geht um die Welt folgte 1936 der zweite Mega-Erfolg, Heut’ ist der schönste Tag in meinem Leben. In dem gleichnamigen Film unter der Regie von Richard Oswald spielte und sang Schmidt eine Doppelrolle, darunter auch das Lied Es wird im Leben dir mehr genommen als gegeben. Hans May und Ernst Neubach waren ein kongeniales Duo. Von ihnen stammen auch die Evergreens Ein Stern fällt vom Himmel undIn einer kleinen Konditorei.

DU BIST DAS SÜSSESTE MÄDEL DER WELT

Ein weiterer Schlager ist Nostalgikern bis heute im Ohr geblieben: Du bist das süßeste Mädel der Welt aus dem Film Liebeswalzer (Musik: Werner Richard Heymann).Ob Neubach sich beim Schreiben des Textes von seiner Frau Helene, einer ehemaligen Schönheitskönigin, hat inspirieren lassen? 1938 waren die beiden gezwungen, die Flucht vor den Nazis anzutreten. Auf abenteuerliche Weise kamen sie über die Schweiz nach Frankreich, wo sich Neubach für die Fremdenlegion verpflichtete. Das Kriegsende erlebte er in der Schweiz, seine Frau in Paris. Seine Erlebnisse sind in dem Buch Flugsand. Dokumentarischer Roman eines Heimatlosen festgehalten. Noch dramatischer verlief die Flucht seines älteren Bruders Robert, der Schauspieler und Theaterregisseur war. Er wurde ins KZ Auschwitz deportiert, wo er 1943 starb. Schwester Alice konnte mit ihrem Mann nach New York emigrieren.
Ab 1945 lebte Neubach wieder in Frankreich. Dort arbeitete er als Filmregisseur, Drehbuchautor und Produzent unter dem Namen Ernest Neuville und drehte u. a. mit Fernandel das Psychodrama Le signal rouge. Seine Ehe war mittlerweile zerbrochen. Nach der Scheidung heiratete er die Schweizerin Margarete Jenni und wurde Vater von Tochter Christine.

IM HIMMEL GIBT’S KEIN BIER

Anfang der 1950er Jahren gelang es Neubach, in Deutschland in der dortigen Filmszene Fuß fassen. 1958 gründete er in München die Neubach-Film GmbH und produzierte meist nicht sehr anspruchsvolle, aber kommerziell erfolgreiche Heimat- und Schlagerfilme. Das Publikum liebte die unbeschwerte Unterhaltung der Nachkriegsjahre, wie Die Wirtin von der Lahn, Ich hab’ mein Herz in Heidelberg verloren und Die Fischerin vom Bodensee boten. Aus letzterem Film stammt das Lied Im Himmel gibt’s kein Bier (Musik: Ralph Maria Siegel), zu dem auch heute noch in Bierzelten gern geschunkelt wird.
Mit dem Film Ein Lied geht um die Welt (Die Joseph Schmidt- Story) setzte er dem jüdischen Tenor, der 1942 an einem nicht erkannten Herzleiden in einem Schweizer Internierungslager im Alter von 38 Jahren starb, ein cineastisches Denkmal. Die Kritik lobte zwar die schauspielerische Glanzleistung von Hans Reiser in der Rolle von Schmidt, der finanzielle Erfolg hielt sich in Grenzen.
Apropos Ein Lied geht um die Welt: Dem Textdichterkollegen Kurt Feltz ging wohl der Refrain nicht aus dem Kopf und er wandelte bei der deutschen Übersetzung von Charlie Chaplins Lime Light Theme die ersten zwei Zeilen Ein Lied geht um die Welt, ein Lied, das euch gefällt ungeniert in Eine Melodie geht um die Welt, eine Melodie, die mir gefällt um. Neubach zog vor Gericht und gewann den Plagiatsprozess gegen Feltz.
Sperrbezirk
war 1966 die letzte Filmproduktion. Darin verewigte sich Ernst Neubach in einer kleinen Rolle. Zwei Jahre später, am 21. Mai 1968, starb er im Alter von 68 Jahren in München. Seine Grabstätte ist unbekannt.

Kommet, ihr Hirten – Carl Riedel im Porträt

Von Claudia Karner (Celler Schule 1996)

Kommet ihr Hirten, ihr Männer und Fraun, kommet das liebliche Kindlein zu schaun…
Dieses traditionelle deutsche Weihnachtslied erfreut sich 151 Jahre nach seiner Entstehung noch immer großer Beliebtheit. Ursprünglich stammt es aus Böhmen und heißt im Original Nesem vám noviny, was so viel wie „Ich verkünde Euch eine Neuigkeit“ bedeutet. Der Komponist und Chorleiter Carl Riedel schrieb 1868 den deutschen Text.

VOM SEIDENFÄRBER ZUM MUSIKUS

Carl Riedel wurde am 6. Oktober 1827 in Cronenberg (heute ein Stadtteil von Wuppertal) geboren. Über sein Privatleben ist nur sehr wenig bekannt. In der Krefelder Liedertafel wurde der Dirigent, Chorleiter und Komponist Carl Wilhelm – vom ihm stammt Die Wacht am Rhein – auf den talentierten jungen Sänger, der als Seidenfärber arbeitete, aufmerksam und wurde dessen Förderer. Er ermöglichte Riedel von 1849 bis 1852 ein Studium in Krefeld und in Leipzig am Konservatorium, der heutigen Hochschule für Musik und Theater Felix Mendelssohn Bartholdy. Anschließend bekam Riedel eine Anstellung als Klavierlehrer. Seine große Liebe galt allerdings dem Chorgesang. Und so gründete er 1854 einen gemischten Gesangsverein für geistliche Musik, den er der Riedel-Verein nannte, und der im ganzen Deutschen Reich Berühmtheit erlangte. Riedel führte u. a. Werke von Johann Sebastian Bach, Georg Friedrich Händel und Franz Liszt auf. Auch bei der Grundsteinlegung des Bayreuther Festspielhauses 1872 war der Riedel-Verein dabei. Damals wurde unter Leitung von Richard Wagner die 9. Sinfonie von Ludwig van Beethoven aufgeführt.

DIE ENGEL UND DIE HIRTEN

Auch die Weihnachtslieder lagen Riedel am Herzen. So bearbeitete er die Bergischen Weihnachtslegenden, Weihnachtslieder von Michael Prätorius – das bekannteste davon ist Es ist ein Ros‘ entsprungen – und Kommet, ihr Hirten. Die Melodie soll bereits seit Anfang des 17. Jahrhunderts als böhmisches Weihnachtslied bekannt gewesen sein. Das ist aber nicht eindeutig belegbar. Sicher ist allerdings, dass sie 1847 erstmals in Olmütz gedruckt und im Katholischen Gesangsbuch (Katolicky kancionál) veröffentlicht wurde. Riedels Fassung erschien unter dem Titel Die Engel und die Hirten erstmals 1870 in seiner Sammlung Altböhmische Gesänge für gemischten Chor . Die Übersetzung hält sich nicht an die ursprüngliche tschechische Textvorlage, steht aber in der Tradition der Hirtenlieder, die die Verkündigung der Geburt Jesu durch die Engel an die Hirten und deren Gang zum Stall von Bethlehem aus dem Weihnachtsevangelium thematisiert. Das Lied ist sowohl im Evangelischen Gesangbuch und als auch im katholischen Gotteslob zu finden. Mari Ruef Hofer verfasste 1921 eine englische Übersetzung mit dem Titel Come, all ye shepherds. Es gibt auch eine niederländische Übersetzung.

COMEDY HIRTEN

Riedel, der auch Mitbegründer und Präsident des Allgemeinen Deutschen Musikvereins war, starb am 3. Juni 1888 im Alter von 61 Jahren in Leipzig. An seinem Geburtshaus im heutigen Wuppertal erinnert eine Gedenktafel an ihn. Kommet, ihr Hirten gehört auch heute noch zum weihnachtlichen Repertoire vieler Sänger. Auf Youtube sind Interpretationen von Heintje, Maite Kelly, Roger Whittaker, Die Flippers, Wolfgang Petry und Hansi Hintereseer zu finden. Nomen est omen: Auch der Mundharmonika spielende Michael Hirte kam nicht an dem Hirtenlied vorbei. Witziges Detail am Rande: Eine österreichische Kabaretttruppe, die vor allem als Stimmenimitatoren beim Ö3-Wecker Kult-Status erlangt hat, ließ sich bei der Namenswahl vom Titel inspirieren. Das Quartett nennt sich Comedy Hirten.

Wohnzimmerkonzert in Münster – Stefan Noelle spielt in gemütlicher Runde

Von Mario Rembold

Ein Hocker, eine Gitarre und Stefan Noelle – mehr braucht es nicht für ein gelungenes Wohnzimmerkonzert.

Gut, ein kleines Grüppchen Zuhörender vielleicht noch, die ein offenes Ohr haben für Songs im Singer/Songwriter-Gewand. All diese Zutaten waren beisammen – am 4. Dezember zuhause bei Edith Jeske und Peter Heske. Rund zwanzig Gäste holten sich noch schnell ein Getränk, legten das Smartphone beiseite und machten es sich gemütlich. Hier ein paar Eindrücke:

Zu Beginn erzählt Stefan Noelle, wie er 2009 über die Celler Schule dazu kam, Zitat: „ernsthaft eigene Songs zu schreiben“. Der professionelle Schlagzeuger und Percussionist war zu diesem Zeitpunkt bereits zwanzig Jahre auf Bühnen und in Studios unterwegs, schrieb Film- und Theatermusik. Mittlerweile sieht man ihn außerdem mit seinen selbstverfassten Liedern auf der Bühne. Heute ganz ohne Band und ohne Mikro. Auch die nylonbespannte Konzertgitarre erklingt ohne Verstärker und somit vollkommen unverfälscht. In dieser Form geht das wirklich nur in einer Wohnzimmer-Atmosphäre. Mal berührt Stefan die Saiten nur ganz leicht, so dass man die Begleitung mehr erahnt als hört. Gelegentlich nimmt die Gitarre aber auch Fahrt auf – ein Dynamikumfang, der sich in einem großen Saal über Boxen nur schwer realisieren lässt.

Auch Kater Freddy hat Stefan Noelles Musikpoesie genossen.

Stefan ist ein Mann der leisen Töne und hat ein Händchen für eingängige Melodien und Metriken. Die Texte kommen ganz natürlich rüber, und sind doch auf den Punkt gereimt und voller Sprachwitz. Besonders originell finde ich die Mischung aus Melancholie und Humor. Zum Beispiel bei seinem Herbstlied („Gib mir noch mal Saft bevor du gehst“), das er laut Songtext jahrzehntelang vor sich herschob, um es dann doch endlich zu schreiben. Dazu mussten ihm jedoch erst die Haare ausfallen.

Sogar ein Fade-Out mit Akustikgitarre ist bei Stefan möglich, nämlich am Ende des Stücks „Aber so geht es auch“. Ein Lied über ein Paar, das über die Jahre zusammengeblieben ist, inzwischen aber wohl mehr übereinander denkt als miteinander redet. Und so blendet die Nummer langsam (und ganz ohne Mischpult) aus, indem Stefan immer leiser wiederholt: „Sie glaubt, dass er weiß, was sie denkt, wenn er sagt, dass er hofft, dass sie ahnt, was er meint, wenn er fragt…“.

In einem ganz aktuellen Stück outet sich Stefan außerdem als deutscher Patriot, der sich nicht von AfD und anderen Rechtspopulisten den Begriff „deutsch“ definieren lassen will. „Muss ich jetzt was sagen?“ ist ein originelles Statement gegen all jene, die Vokabeln wie „Patriotismus“ oder „deutsche Werte“ für sich allein vereinnahmen wollen. Denn schließlich kann man sein Land auch lieben, ohne dabei zu hassen, zu hetzen oder auszugrenzen. Auch dieser Song kommt wieder mit pfiffigen Wortspielen daher – aber die möchte ich hier nicht vorwegnehmen.

Und so vergeht ein kurzweiliger Abend mit Texten zwischen Liedermacher, Chanson, Kabarett und Pop. Als Zugabe gibt es zuletzt noch den Titelsong seines Albums „Meinetwegen im Regen“. Auf der CD ist das Lied voll arrangiert zu hören. Ich persönlich liebe aber vor allem die Livefassung nur mit Gitarre und empfinde sie als lebendiger und energiegeladener. Es sei erwähnt, das Edith Jeske mir sofort widersprach, denn schließlich sei ja die CD-Fassung ebenso herausragend. Da hilft nur eins: Sich selber ein Bild machen und erst die CD bestellen und diese dann zum Signieren zum nächsten Stefan-Noelle-Konzert mitnehmen.

Fred Weyrich Im Porträt

Von Claudia Karner (Celler Schule 2006)

Einmal um die ganze Welt und die Taschen voller Geld… sang 1972 der kürzlich verstorbene tschechische Sänger Karel Gott. Die Tschechoslowakei war damals noch hinter dem Eisernen Vorhang, Deutschland ein geteiltes Land und eine ungehinderte Ausreise für viele Menschen ein umöglicher Traum. Die Idee zu dieser Sehnsuchtshymne hatte der Textdichter Fred Weyrich. Er krempelte das Lied, das im tschechischen Original tatsächlich Hey, Hey, Baby heißt (Text: Jiri Stajdl, Musik: Karel Svoboda) komplett um und schenkte so Karel Gott einen seiner größten Hits in Deutschland.

EIN KLEINES HERZ UND EINE GROSSE LIEBE

Fred (eigentlich: Alfred) Weyrich wurde am 28. August 1921 in Tauberbischofsheim geboren. Wäre es nach seinem Vater gegangen, wäre er Zahnarzt geworden. Doch Fred zog es ans Theater. Er studierte, unterstützt von seiner Mutter, in Berlin Schauspiel, das er mit dem Examen abschloss. Die künstlerische Karriere musste kriegsbedingt warten. Weyrich wurde zum Wehrdienst einberufen und nach der Grundausbildung in der Truppenbetreuung eingesetzt. In Norwegen arbeitete er als Programmleiter und Moderator bei Radio Tromsö und leitete eine kleine Kapelle. Nach dem Krieg war er als Schauspieler und Kabarettist tätig, wurde Haussänger von Radio Hamburg und begleitete Lale Andersen mit seiner Band auf Tournee. 1950 nahm das Multitalent die ersten Platten auf, darunter Die Nacht ist voller Zärtlichkeit und Ein kleines Herz und eine große Liebe. 160 Platten sind es geworden, einige davon im Duett mit Rolf Simson unter dem Namen Fred und Rolf.

SEHNSUCHT – DAS LIED DER TAIGA

Ab den 1960er Jahren schrieb Weyrich Melodien und Texte für andere Künstler und startete seine Karriere als Musikproduzent. Er hatte eine ausgeprägte Spürnase für Talente. So wurden Nana Gualdi, Klaus Wunderlich mit seiner Hammond-Orgel, Edina Pop und Gunter Gabriel von ihm entdeckt. Der größte Fisch, den er an Land zog, war aber Alexandra. „Eine Entdeckung, die man nur einmal im Leben machen kann“, so O-Ton Fred Weyrich. Alexandra, bürgerlich
Doris Nefedov, die damals bei einem Verleger arbeitete, soll ihrem Chef nach einem Streit einen Papierkorb aufgesetzt haben. Der warf sie zwar hinaus, schwärmte aber dem Musikproduzenten vor: „Die hat auf unserem Betriebsfest so schön gesungen. Interessiert sie dich?“ Weyrich bestellte die temperamentvolle junge Dame zum Vorsingen und war von ihrer tiefen Stimme überaus begeistert. Schon nach einer halben Stunde bot er ihr einen Fünf-Jahres-Vertrag an. Bereits die erste gemeinsame LP katapultierte Alexandra – auch der Künstlername war Weyrichs Idee – in lichte Höhen. Wehmütige, auf Russisch getrimmte Lieder – diese Nische war auf dem Schlagermarkt der 1960er Jahre noch frei. Sehnsucht hielt sich ein halbes Jahr in den deutschen Hitlisten. Dabei hat Alexandra dieses Lied angeblich gehasst. „Es war für sie ein einfältiges Kinderlied, das sie nur ein einziges Mal und unter Tränen einsang“, vermerkte der Autor Marc Böttcher in seiner Biographie. Die Karriere, die so vielversprechend begonnen hatte, endete tragisch. Alexandra starb am 31. Juli 1969 bei einem Autounfall. Das Andenken an sie und ihr musikalisches Vermächtnis wird auch noch fünfzig Jahre nach ihrem Tod von dem Verein Alexandra-Freunde e.V. wachgehalten.

KASATSCHOK, KASATSCHOK, RAS, DWA, TRI…

Offensichtlich hatte Weyrich ein Schwäche für die russische Seele: Er produzierte zahlreiche Platten mit Ivan Rebroff, und als Boris Rubaschkin den Modetanz Kasatschok erfand, verfasste Weyrich einen Text zur Melodie. Für Dorthe schrieb der unermüdliche Textdichter Sind Sie der Graf von Luxemburg?, für France Gall Zwei Apfelsinen im Haar, die deutsche Übersetzung von La Banda, und für Karel Gott das eingangs zitierte Lied Einmal um die ganze Welt.

Fred Weyrich mit seiner Entdeckung Alexandra und seinem Texter-Kollegen Hans Blum (links)

Weitere prominente Namen auf der unvollständigen Künstlerliste: Heidi Brühl, Vico Torriani, Gerhard Wendland, Costa Cordalis, René Kollo, Nana Mouskouri, Hanne Haller, Hildegard Knef, Dunja Rajter, Wencke Myhre und Harald Juhnke. Für ihn machte Weyrich, der auch unter dem Pseudonym Fred Conta textete, aus Frank Sinatras Welt-Hit New York, New York eine Hymne an Berlin.
Auch in Radio und Fernsehen war der Alleskönner präsent. So produzierte er mit Peter Frankenfeld Peters Bastelstunde. Sein Talent hat er an seinen Sohn Pit Weyrich vererbt, der als erfolgreicher Kameramann, Regisseur und Moderator für das ZDF arbeitete. Weyrich sen. zog sich in den 1990er Jahren aus dem Show-Business zurück und tüftelte in Dießen am Ammersee an seinen Lebenserinnerungen. Am 30. Dezember 1999 starb er völlig unerwartet an einem Herzversagen. Die Memoiren blieben unvollendet.

Tamara Olorga bekommt Deutschen Filmmusikpreis

Von Turid Müller

Der Preis 2019 geht an ‚Komm zurück‘ aus Schneewittchen und der Zauber der Zwerge von Anja Krabbe, Tom Stöwer, Michael Beckmann und Tamara Olorga.

Am 08. November fand in Halle/Saale die 6. Verleihung des Deutschen Filmmusikpreises statt. Tamara Olorga (Celler Jahrgang 2016) gewann dabei mit dem Titellied „Komm zurück“ aus dem ZDF-Fernsehfilm „Schneewittchen und der Zauber der Zwerge„. Die Songwriterin schreibt für die Schedler Music Studios und  steht auch selbst vor dem Mikrophon. 

Sisters of Comedy – Ab jetzt für immer!

von Turid Müller

Kleinkünstlerinnen gehen bundesweit für mehr Gleichberechtigung auf die Bühne.

Im letzten Jahr hat Deutschland 100 Jahre Frauenwahlrecht gefeiert: Die Geburtsstunde der Sisters of Comedy. Das Ziel: Auf die Missstände in Punkto Geschlechtergerechtigkeit aufmerksam machen. – Die auf der Kleinkunst-Bühne und die in der großen Welt. Das hat so gut funktioniert, dass die Sisters offenbar gekommen sind, um zu bleiben: Ab jetzt stehen die Künstlerinnen jedes Jahr im ganzen deutschsprachigen Raum für mehr Gleichstellung im Rampenlicht. Und viele ExCellent*innen sind dabei!

Ja, das Sternchen lohnt sich! Denn es wandeln nicht nur Frauen auf den Pfaden der Emanzipation:

Mit Ferdi Riester ist unter den „Sisters“ auch ein „Brother“; als Teil der Gruppe Die schrillen Fehlaperlen gehört er zu den Gastgeber*innen in Erlaheim. Und im Hamburger Polittbüro haut an meiner Seite Michael Hierer als Quoten-Mann des Abends in die Tasten. In Hamburg sind die Sisters übrigens – bundesweit einmalig – gleich mit drei Spielorten vertreten! Aber jetzt zu denen, um die es eigentlich geht an diesem Abend: Die Frauen:

In Erfurt ist Isabel Arnold (HyperBel) Gastgeberin im HsD. In Esslingen steht Anette Heiter mit ihrem juristischen Kabarett auf der Bühne. In Herrenberg spielt Anne Folger auf der Klaviatur des Publikums – wie ihr Programm-Titel verspricht: ein Selbstläufer! In Köln gibt’s im Stollwerck Kabarett mit Dagmar Schönleber. Sie ist nicht nur die Patin der Show, sondern gehört auch (zusammen mit Carmela de Feo und Patrizia Moresco) zu den Gründerinnen der Bewegung. In Rheine rockt Feli die Stadthalle. In Stuttgart singt Katie Freudenschuß.

Habe ich eine Kollegin vergessen? – Dann lasst es mich bitte wissen! Die Fülle ist überwältigend! Gut so!

Denn: Feminismus ist zwar ein Wort, das nicht bei allen auf offene Ohren stößt. Aber die Kleinkunst ist nicht die einzige kulturelle Sparte, die sich mit Gleichstellungs-Fragen beschäftigt. Auch aus anderen Richtungen gibt es Bestrebungen, auf mehr Gerechtigkeit zwischen den Geschlechtern hinzuwirken. Auf Facebook gibt beispielsweise es die Gruppe Musicalfrauen stärken Musicalfrauen“, die unter anderem bei der Preisverleihung der Deutschen Musical Akademie 2018 mit der Forderung 50/50 auf sich aufmerksam machte.

In diesem Sinne: Kommt gucken! Spielt im nächsten Jahr mit oder organisiert bei Euch vor Ort eine Show der Sisters! – Gemeinsam können wir was bewegen.

 

Zeitlos – Tim Fischer feiert Premiere und 30 Jähriges Bühnenjubiläum

Zusammengetragen von Turid

Heute hat „Zeitlos“ Premiere im Tipi am Kanzleramt. Die Liste der neuen Lieder zeigt: Die Celler Schule ist mit von der Partie!

Im Booklet der am 11.10. erschienenen CD finden sich unter den Urheber*innen der Songs viele ExCellent*innen: Paul Schepansky, Barbara Berrien, Tillman Graach, Hannes Potthoff, Erdmann Lange, Corinna Fuhrmann. Auch Rainer Bielfeldt und Edith Jeske haben wieder mitgewirkt. Und auch die Rinnsteinprinzessin darf natürlich nicht fehlen und hat zum feierllichen Anlass ein neues Video bekommen!

Erdmann Lange ist mit seinem Stück Ich liebe Dir hinterher (Text von mir, Musik von Rainer Bielfeldt) vertreten: „Der Text beim „20 Jahre Celler-Schule-Jubiläumstreffen“ in Springe 2016 entstanden, wo Rainer seine Musik schon dabei hatte samt „Schimmel“-Text. Und in einem „Schimmel“-Workshop entstand dann schon der nahezu fertige Text von mir. Sozusagen ohne die Musik dazu zu hören, nur mit Rainers Schimmel als Vorlage. Beim nachträglichen Hinzufügen der Musik stellte sich dann raus: Das passt wunderbar! Und Rainer hat mich dann gleich angesprochen, ob er den Text dafür verwenden kann.“

Kurz: Eine echte Celler Geschichte, das neue Programm! Also: Hin da!

Und vor allem: Herzlichen Glückwunsch, Euch allen!

Gold für zwei ExCellente: Annette Jans und Erdmann Lange als Autoren für Marc Pircher erfolgreich

Von Erdmann Lange

Sie haben sich 2014 als TeilnehmerInnen der Celler Schule kennen gelernt – und seither immer wieder zusammengearbeitet: Annette Jans und Erdmann Lange, die im Team mit Andi Königsmann und Kurt Schoger (beide ebenfalls Celler Schule 2014) unter dem durchaus ein wenig selbstironisch zu verstehenden Label „Deutscher Schlagergipfel“ seit einigen Jahren regelmäßig zusammen Songs und Texte für diverse InterpretInnen im Schlagerbereich abliefern, feiern aktuell als Liedtexter für den Österreicher Marc Pircher einen beachtlichen Erfolg:

Sein am 27.06. erschienenes aktuelles Album „Hörst Du mein Herz“, das die beiden von Jans und Lange getexteten Titel „Herz sucht Heimat“ und „Wir feiern durch bis zum Morgenrot“ enthält, wurde soeben in Österreich mit Gold ausgezeichnet! Marc Pircher selbst ist Co-Autor der Titel; den Kontakt zu ihm und seinem Management stellte während der Produktionsphase des aktuellen Albums der Mannheimer Musikverleger Michael Menges her, mit dem Erdmann Lange schon mehrfach in anderem Kontext zusammengearbeitet hatte.

Die Gold-Auszeichnung ist ein weiterer Erfolg für das Schreib-Kollektiv der „Schlagergipfler“ – nachdem bereits die Karnevals-Single „Tschau mit Au„, mit der die Kölner Band „Boore“ in Funk und Fernsehen und bei Hunderten von Liveauftritten begeisterte und die von Schoger, Königsmann, Jans und Lange gemeinsam geschrieben wurde, große Aufmerksamkeit fand und nach wie vor fest zum Liveprogramm der „Boore“ gehört.

Auch wenn alle vier AutorInnen natürlich auch eigene Wege gehen – fest etabliert hat sich, dass diese Runde sich einmal im Jahr eine Woche lang zum gemeinsamen Songwriting trifft, verstärkt durch jeweils wechselnde Gäste und SchreibpartnerInnen. Und dass man sich auch ansonsten hier und da die Bälle zuspielt und kreativ kooperiert – so gewannen z.B. Annette Jans und Andi Königsmann unlängst als Autorenduo den Schlager-Wettbewerb „Stauferkrone„.

Ohne die Celler Schule jedenfalls hätte das Quartett in dieser Besetzung wohl nie zusammengefunden.