Christoph Sauer schreibt einen Geburtstagssong für das Institut für Weltwirtschaft

von Edith Jeske

„So eine Anfrage kommt nicht alle Tage“, schwärmt Christoph Sauer (Celler Schule 2007), „umso mehr habe ich mich über den Anruf aus Kiel vor ein paar Wochen gefreut.“ Der Anruf kam vom Institut für Weltwirtschaft, das in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag feiert. Am 22. Februar 2014 wurde dieser große Tag im Rahmen eines Festakts im Kieler Rathaus begangen. Bei solchen anlässen erwartet man eher ein Streichquartett. Stattdessen bekam Christoph Sauer den Zuschlag, eigens für diesen Anlass einen Jubiläumssong zu schreiben. Die Musik zu Sauers Songtext verfasste sein Hauskomponist und Pianist Roland Kühne.

Und das vor denkbar prominenten Zuhörern wie Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig, Kiels Bürgermeister Peter Todeskino und Jean-Claude Trichet, ehemaliger Präsident der Europäischen Zentralbank. IfW-Präsident Professor Dennis Snower würdigte im Anschluss an den Festakt den musikalischen Beitrag: „Herrn Sauer ist es gelungen, humorvoll und gleichzeitig mit Tiefsinn eine Parabel auf die Tätigkeit unseres Instituts zu vertonen. Sein Song war eine Bereicherung für unseren Festakt.“

Christian SauerDer Songtext zu „Auf dem Meer“ ist auf Christoph Sauers Homepage abrufbar.

Christoph Sauer (rechts) und Roland Kühne (Mitte) überreichen IfW-Präsident Professor Dennis Snower ein Faksimile ihres Jubiläumssongs „Auf dem Meer“

Café ohne Aussicht

von Anne X. Weber (Celler Schule 2011)

So heißt das Musical, das Franz Wittenbrink und ich zusammen für die „Berlin Comedian Harmonists“ geschrieben haben – das ist eine Truppe, die seit vielen Jahren die Lieder der Comedian Harmonists so perfekt zu Gehör bringt, dass sie sich mittlerweile die Bezeichnung „die legitimen Nachfolger“ ersungen haben – auf vielen Konzerten in Deutschland und im Ausland, aber auch im Theaterstück „Veronika, der Lenz ist da“, das Ende der Neunziger an der Komödie am Kurfürstendamm uraufgeführt wurde.

Genau dort wird nun auch unser Musical am 2.3. 2014 seine Uraufführung feiern.

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Fotograf Michael Petersohn, www.polarized.de

Die drei Brüder Kasupke betreiben gemeinsam Berlins letztes echtes Oma-Café – leider komplett erfolglos. Als wegen der ausstehenden Mietzahlungen die Kündigung droht, bleibt den Brüdern nichts anderes übrig, als es mit der einzigen Sache zu versuchen, die sie beherrschen: mit Gesang. Es geht um die Jagd nach dem Erfolg, die Gentrifizierung Berlins und die unerwarteten Nebenwirkungen von Yogi-Tee…

Eingebaut haben wir sowohl originale Comedian-Harmonists-Songs als auch aktuelle Hits mit neuen deutschen Texten von mir, musikalisch von Franz Wittenbrink im Stil der Comedian Harmonists arrangiert.

Ich bin mächtig stolz auf unser Musical und habe das Gefühl, dass es ein sehr unterhaltsamer Abend wird… Und die Jungs singen wie die Engel!

 

Gordon November – Albumproduktion auf der Straße

Neuigkeiten von Gordon November (Celler Schule 2011)

Eine Albumproduktion ist aufwendig und kostet sehr viel Geld. Dass es mit etwas Reiselust auch billiger geht und teilweise sogar besser klingt, beweist Gordon November. In der Vergangenheit hat Gordon November sein Können bereits mehrfach unter Beweis gestellt, beispielsweise den Potsdamer Chansonpreis (1. Preis + Publikumspreis) gewonnen. Jetzt stand er jedoch vor der Aufgabe, sein erstes richtiges Studioalbum zu produzieren. Was er jedoch nicht wollte, waren computerbasierte Sample-Instrumente aus der Box. Sie klingen kalt und haben keine natürlichen „Vibrationen“. Das wollte er seinen Songs, welche er jahrelang und in mühevoller Kleinarbeit geschrieben hat, nun wirklich nicht an tun.

SONY DSCEr hatte jedoch kein Studio, keine Instrumente und auch kein Geld, sich eines von beiden zu leisten. Seine Lösung ist so einfach wie genial: Gemeinsam mit seinem Gitarristen Rares Popsa bastelte sich Gordon November ein mobiles Aufnahme-Rack, bestehend aus einem Audiointerface und mehreren Mikrofonvorverstärkern, und suchte sich Räume und Instrumente. SONY DSCSo landeten sie beispielsweise bei den Klavieraufnahmen im Klavierhaus Hermann in Trossingen, bei den Schlagzeugaufnahmen in der Musikschule, bei den Synthesizern halfen sie sich mit einer Kirchenorgel aus. Und die Streicheraufnahmen ersetzten sie mit einem alten Harmonium – Baujahr 1928. Diese Geschichte fand sogar Deutschlands größte Recordingzeitschrift SONY DSC„Sound & Recording“ so interessant, dass sie in ihrer Ausgabe vom Dezember 2013 eine 6-seitige Reportage darüber brachten.

„Was dabei herauskam war purer Sound“, sagt Gordon November. „Die Instrumente klangen so warm und hatten so viele Obertöne, dass wir plötzlich bei den anderen Instrumenten fast nichts mehr nachbearbeiten mussten. Früher mussten wir an allen Instrumenten feilen und schneiden.“ Die Ergebnisse hielt Gordon November in mehreren Video-Reportagen fest.

Wenn Ihr alle Folgen sehen möchtet, dann klickt doch mal auf LIKE bei facebook auf gordonnovember . Derzeit veröffentlicht er alle Video-Reportagen.

Als Vorgeschmack gibt es hier die zweite Folge – im Klavierhaus Hermann

 

Alin Coen Band auf Tour

von Tobias Reitz

ALIN COEN (Celler Schule 2012) ist mit ihrer Band auf Tour! Wer die Musikautorenpreisträgerin live erleben möchte, sollte sich schnell Karten sichern!

30.01. Kiel, Orange Club
31.01. Rostock, MAU-Club
01.02. Erfurt, Hsd
04.02. Hamburg, Fabrik
05.02. Osnabrück, Lagerhalle
06.02. Oldenburg, Kulturetage
07.02. Göttingen, Musa
11.02. Heidelberg, Karlstorbahnhof
12.02. Freiburg, Jazzhaus
13.02. Ulm, Roxy
14.02. Stuttgart, Longhorn
15.02. Magdeburg, Altes Theater
16.02. Berlin, Huxleys
06.03. Wien, WUK
07.03. Innsbruck, Treibhaus
08.03. Lustenau, Carinisaal

Tickets gibt es hier.

 

Christin Henkel macht KlaKaSon

von Christin Henkel (Celler Schule 2013)
 
Oft genug saß ich mit A&Rs großer Plattenfirmen zusammen und habe mir die immer wieder gleichen Sätze angehört.
„Wir müssen eine eindeutige Richtung raus arbeiten“, „Das ist noch nicht popig genug.“, „Mach doch mal so wie Künstlerin XY.“
Am liebsten hätten sie mir ihr immer wieder gleiches Marketing-Konzept aufgedrückt, mir ein paar stereotype Popsongs untergejubelt und mich in den Fernsehgarten gestellt. 
„Ihr seid doch alle nicht ganz knusper.“ dachte ich so in mich hinein, blieb widerspenstig und machte weiter mein Ding. 
 
Seit gut einem Jahr stehe ich nun mit einer eigenartigen musikalischen Mischung immer öfter auf der Bühne. Einige meinen, es sei Klavier-Kabarett, die anderen sagen, ich wäre Singer/Songwriterin, der nächste nennt es Chanson. 
Ich nenne es KlaKaSon – ein Mix aus Klavier, Kabarett & Chanson. 
Dies ist auch der Titel meines Albums, dass ich am 16. Januar gemeinsam mit meiner Band im Milla (München) vorstellen werde. 
Die Entscheidung im Alleingang ein Album zu machen fiel irgendwann im letzten Frühling. Auslöser waren die positiven Publikums-Reaktion bei den Konzerten. 
Christin Henkel im Probenraum zu KlaKaSon 1Ich dachte mir nix groß dabei und startete die Produktion frei nach dem Motto „Na gut, dann nehme ich halt einfach eins auf.“
 
Die erste Hürde war der Anfang. In weiser Voraussicht nahm ich mir den August frei, um mich nur der CD zu widmen. Blöderweise war im August total schönes Wetter und ich verbrachte den kompletten Monat auf einer Wiese rechts der Isar. Ich hatte ja keinen Produzenten der mir sagt: „Runter von der Luftmatratze, rein ins Studio!“ 
 
Eine Deadline musste her. Am 16. Januar 2014 sollte das Release-Konzert statt finden. Ich gründete mein eigenes Label „KlaKaSon Musique“, machte den Termin mit dem Presswerk klar und begann Aufnahme-Sessions zu planen. 
Christin Henkel im Probenraum zu KlaKaSon 2 kleinBefreundete Musiker waren bereit mich zu unterstützen und spielten Gitarre, Cello, Geige, Oboe, Bass und Percussions ein. Mia Aegerter sang ein Duett mit mir.
Es war ziemlich chaotisch. Ich nahm die Lieder in unterschiedlichen Besetzungen in unterschiedlichen Räumen auf, sang mal was im Studio, mal was zu Hause unter der Bettdecke ein, war Produzentin, Tonmeisterin, mir-selbst-Kaffee-Holerin und Künstlerin in einem, schleppte Trennwände quer durchs Studio und fluchte ungefähr achthundert Mal „Ich mach das niiiieee wieder ganz alleine.“
Aber wer sich Arbeit schafft muss sie auch erledigen und irgendwie hab ich´s durchgezogen. Am vergangenen Freitag saß ich komplett übernächtigt im Mastering-Studio und strich kurzfristig noch drei Titel von der Liste, weil sie meiner Meinung nach nicht mehr passten.
Solche Kurzschlussreaktionen hätte es mit einem Team oder Produzenten nicht gegeben. Ich hatte am Ende jegliche Objektivität verloren. Das ist der Nachteil, wenn man auf sich allein gestellt ist. Man muss alle Entscheidungen selbst treffen, ist verunsichert und kann sich vor lauter Organisationsaufwand gar nicht mehr hundertprozentig auf´s Künstlerische konzentrieren. 
Außerdem habe ich keinen blassen Schimmer, ob mein komischer Mix aus Quatsch-Liedern, traurigen Liedern, Orchester und Instrumental-Stück beim Hörer ankommt…
Doch im Endeffekt bin ich ein bisschen stolz und warte darauf, die fertige CD in den Händen zu halten. 
 
Die erste kleine Auflage werde ich bei den anstehenden Konzerten verkaufen. Im Frühling gibt´s die Platte dann im Handel und auf iTunes.
 
Ihr seid herzlich zum Konzert eingeladen
am 16. Januar in München
Und für die Nicht-Münchner:
Ich spiele
am 17. Januar beim Kabarett-Festival in Cottbus,
am 7. Februar im Quatsch Comedy Club in Berlin und
am 7. März bei Nightwash in Köln. 
 

Celler Schule – sturmfest mit Sturmfest.

Von Julia Hagemann

Heureka, das Celler-Schul-Netzwerk hat mal wieder funtioniert!

Nachdem Orkantief Xaver die drei aus Köln anreisenden Viertel der „Drei Chansonetten (und Zubehör)“ daran gehindert hat, die Reise nach Berlin auf sich zu nehmen, kam Camilla Elisabeth Bergmann (Celler Schule 2013) die grandiose Idee, eine Offene Bühne der Celler Schule (Abteilung Berlin) daraus zu machen.
Es fanden sich dann auch gleich grandiose MitstreiterInnen:

Chansonetten in Berlin
v.l.n.r. Masha Potempa, Barbara Berien, Camilla Elisabeth Bergmann, Tilman Lucke

Neben Barbara Berrien, die als Teil der drei Chansonetten sowieso das Programm maßgeblich bestimmt hätte, jetzt aber, jeglicher Instrumentalbegleitung beraubt, zu wilder Improvisation gezwungen war, sprangen unter dem Motto „Wir retten die Chansonetten“ ein: Tilman Lucke (Celler Schule 2008) mit unvergleichlichem Klavierkabarett, Camilla Elisabeth Bergmann als Moderatorin des Abends, Sprecherin einiger Texte aus der ursprünglichen Besetzung und sich selbst am Klavier begleitende Chansonette, und Masha Potempa, die gerade ganz frisch für die Celler Schule 14 ausgewählt worden ist, mit ihren zauberhaften Liedern und Gedichten.

Nach allem, was sich in Windeseile rumgesprochen hat, muss es ein schöner anrührender, lustiger und angemessen bunt gemischter Abend gewesen sein, der sowohl dem Publikum als auch dem Spontan-Ensemble viel Spaß gemacht hat.

Danke euch vieren! Und danke der Celler Schule, die einen solch grandiose Leute kennenlernen lässt und solche Kollegialität und freundschaftliche Zusammenarbeit ermöglicht!!

Der Rest der „3 Chansonetten“, i.A. Julia Hagemann

 

Crowdfunding für das neue Album von Shubangi & The Maxons

von Edith Jeske

Schon im Popkurs Hamburg ist Shubangi mir mächtig ans Herz gewachsen. Ihre Lebendigkeit, ihre Dauerpower und ihr unglaubliches Charisma  sind nachhaltig bei mir hängengeblieben, so dass wir den Kontakt einfach gehalten haben. Deshalb freue ich mich jetzt riesig, Shubangi and the Maxons bei ihrem Crowdfunding zu unterstützen. Hier könnt ihr euch das Video anschauen – keine Angst, alle, die nach meiner Begrüßung kommen, gehören nicht dem Seniorenclub an 😀

Unterstützt eine Klasseband mit einer Klassesängerin. Shubangi-The-Maxons-1
(ihr könnt das auch gern weiterteilen). Reinhören in Shubangis Musik könnt ihr hier. 

Shubangi selbst schreibt:
Als Teil unserer Crowd Collabo wollen wir jetzt 50% des nötigen Startkapitals für die Produktion unseres neuen Albums einsammeln. Wir wollen so viel wie möglich mit unseren Fans zusammen machen und dabei einige wunderbare Dankeschöns unter den Unterstützern verteilen!

Crowd Collabo – Das neue Shubangi & The Maxons Album – eine gute Investition
sagt
Die MusenMuddi

Feuer Tränen Küchenmesser – der ganz normale Wahnsinn mit Berkmann-Nuth

Schwabe trifft auf Rheinländer – ob das gut gehen kann?
Es kann. Ereignet hat sich die denkwürdige erste Begegnung der beiden in der Celler Schule 2008. Und ab und zu ist das gegensätzliche Paar auf Bühnen der Republik unterwegs.
Während Markus Berkmann in die Tasten des Pianos greift und Lieder über die Liebe und den Untergang von Sonne und Mitmensch singt, präsentiert Günter Nuth Ausschnitte aus seinem Feuerwehrkabarett.  Übrigens spricht da ein Insider – denn Günter ist ein waschechter Berufsfeuerwehrmann.
Flammenwerfer-Chansons und komödiantisches Blaulicht:

8 November 2013
Café Leib und Seele – Bethlehemkirche
Dietrich-Bonhoeffer-Str. 1Berkmann& Nuth-nur bild
40667 Meerbusch
Eintritt 7 EUR
Vorverkauf unter 0176 5180 4061

9. November 2013
Abraxas
Merowingerstr. 16
40223 Düsseldorf
Eintritt frei – der Feuerwehrhelm geht rum

Zwei Engel am Klavier – Anna Piechotta und Tilman Lucke: Popchanson trifft Kabarett

am 8. und 9.11. im Kabarett Distel in Berlin

Wenn zwei so grundverschiedene Engel sich im vollen Flug treffen, könnten bedenkliches Federgestöber und Flügelbrüche dabei herauskommen. Zum Glück ging es anders aus, 2008 in der Celler Schule: in himmlischer Harmonie beschlossen die beiden, sich nicht nur jeweils einzeln, sondern auch gemeinsam über die Bühnen der Republik zu verbreiten.
Nicht nur dass ihr irdisches Publikum auf Anhieb Gefallen an den beiden fand. Anna Piechotta und Tilman Lucke widerlegen sogar das verbreitete Vorurteil, dass Männer und Frauen nicht zusammenpassen.

Der Unschuldsblick trügt. Sie teilen mit vollen Händen aus: Töne und Emotionen, Spitzfindigkeiten, Bosheit und Poesie.  Das lässt kein Ohr kalt.

Hier gibt es Karten.

ANNA PIECHOTTA aus Cochem heimste durch ihre originellen Kompositionen zahlreiche Preise ein, unter anderem den Songpoeten-Nachwuchsförderpreis der Hanns-Seidel-Stiftung 2007.

TILMAN LUCKE aus Berlin ist die Nachwuchshoffnung des politischen Kabaretts. Seine bissigen Lieder und Pointen trugen ihm die Melsunger „Scharfe Barte“ 2011 ein.

Gedichte des Monats, 3. Ausgabe

von Michael Feindler (Celler Schule 2010)

Liebe Leserschaft,

die Nachrichtenmagazine „Spiegel“ und „Focus“ waren sich in der Wahl-Woche erstaunlich einig, als sie die Vorsitzenden von CDU und SPD in Räuberverkleidung auf die Titelseiten setzten. Möglicherweise war da der selbe Grafiker am Werk. Oder es waren zwei verschiedene Grafiker, die vom selben Lehrer angelernt wurden. Oder – und das ist wahrscheinlicher – die zuständigen Redakteure beten einfach alle das nach, was sich wie ein Raunen durch sämtliche Leitmedien zieht: Die nächste Regierung wird aller Wahrscheinlichkeit nach Steuern erhöhen und wird vor allem die so genannten Leistungsträger unserer Gesellschaft stärker belasten!

Na und?

Fest steht, dass die Kluft zwischen Armen und Reichen in diesem Land immer größer wird. Sogar Millionäre und Milliardäre halten das 015inzwischen für so unerträglich, dass sie zum Teil schon selbst höhere Spitzensteuersätze fordern. Und der deutschen Medienlandschaft fällt nichts Besseres ein als Panik zu schieben. Ins gleiche Horn blasen die Grünen, bei denen nun die These im Raum steht, sie könnten aufgrund ihres geplanten Steuerkonzepts potentielle Wähler vergrault haben. Leider scheinen die derzeitigen Meinungsführer der baden-württembergischen Grünen kein allzu positives Menschenbild zu haben, sonst hätten sie vielleicht daran gedacht, dass ein mündiger Bürger bei der Wahl nicht nur die eigene Tasche, sondern das gesamtgesellschaftliche Konzept im Blick haben sollte. Wenn jemand zum Beispiel weiß, dass zusätzliche Steuereinnahmen der Bildung, Kultur und Infrastruktur im Land zugute kommen, zögert er vermutlich weniger, etwas mehr zu zahlen.

Oder?

 Marie Antoinettes Nachfahren und der Spitzensteuersatz

„Oh nein, jetzt will der Staat ja noch mehr Geld“,
so gehen Rufe durch das ganze Land.
Das Bild ist in die Köpfe eingebrannt,
wie unser Staat die Bürger überfällt.

Er plündert, wo er kann, und hinterlässt
nur eine Schneise der Verwüstung überall.
Den Mittelständischen bleibt – klarer Fall –
vom Kuchen bloß der kleine Krümelrest.

Fast meint man, jene Bürger litten Not,
die aus dem Mittelstand heraus laut fluchen:
„Wir brauchen ein viel gröߒres Stück vom Kuchen,
weil sonst der Fall ins Tortenlose droht!“

Sie sind verwirrt, ertönt ein Ruf nach Brot.

 

Während die Parteien in Berlin sondieren, eventuell koalieren und noch eventueller neue Steuerpläne konkretisieren, bin ich im Oktober auf diesen Bühnen zu sehen:

Freitag, 18.10.2013 – Berlin – Soloprogramm „Dumm nickt gut“, Seebad Friedrichshagen, 20.00 Uhr
Samstag, 19.10.2013 – Köln – Soloprogramm „Dumm nickt gut“, Ateliertheater, 20.30 Uhr
Mittwoch, 23.10.2013 – Berlin – Solo-Mix (Auszüge aus „Allein unter Menschen“ und „Dumm nickt gut“ sowie neueres Material), Sally Bowles (20.00 Uhr)
Donnerstag, 24.10.2013 – Memmingen – Soloprogramm „Dumm nickt gut“, PiK (20.00 Uhr)
Freitag, 25.10.2013 – Lenggries – Soloprogramm „Dumm nickt gut“, KKK (20.00 Uhr)

 

Düsseldorf goes Wacken – Zusatzkonzert von Michael Krebs

Von Edith Jeske

Nachdem ihm die Restkarten des letzten Programms förmlich aus den virtuosen Händen gerissen wurden, kann jetzt nur noch eines helfen.
Michael Krebs (Celler Schule 2003) gibt Zusatzkonzerte quer durch die Republik.

Wir waren live bei der Premiere im ausverkauften Düsseldorfer Kom(m)ödchen und fanden uns inmitten eines Publikums, das sich dem Wacken-erfahrenen Künstler willig ergab und sogar zu gepflegtem Headbangen  animieren ließ.

Und wie sich das gehört für einen, der schon Wacken gerockt hat: Michael Krebs war in Begleitung. Metal auf Kleinkunstbühnen hat künftig einen Namen: Boris the Beast.
Stehender Applaus ließ Dach und Wände des ehrwürdigen Kabarett-Tempels erzittern. Minutenlanges Füßetrampeln erzeugte einen Wert von 5,7 auf der nach oben offenen Dichterskala. Und als Zugabe : The Final Countdown im Bach-Gewand – wobei das Publikum im dreistimmigen Satz ein ergreifendes „Ave Maria“ übernahm. Mehr soll an dieser Stelle nicht verraten werden.

Und dann unser Tag danach: Zusatzkonzert auf 3sat (kann – und sollte unbedingt – bis zum 18.10 noch angeschaut werden): Man stelle sich zwei Herrschaften durchaus mittleren Alters vor, die in Wellnesshose und Freizeitshirt auf einem Sofa sitzen lauthals mitsingen: „Leudde – ihr könnt mich alle mal am Arsch lecken, Leudde“

Das gibt’s nicht so oft aufm Dorf…

 

 

„Geliebte Lieder“ von Tim Fischer

(von Edith Jeske)

„Mit Schellack bin ich durch“, lächelt Tim Fischer in einem Interview mit dem Tagesspiegel  Im März ist er 40 geworden. Und schon jetzt blickt er auf 25 Bühnenjahre zurück. Auf ein bewegtes Leben sowieso.
Fast so lange kennen auch wir uns. Die „Rinnsteinprinzessin“ war kaum geschrieben, da griff Tim zu. Und singt sie seitdem – quasi eine betagte Dame (die Rinnsteinprinzessin, nicht Tim).

Geliebte Lieder heißt das neue Programm, das am 8. Oktober in Berlin im TIPI Premiere hat und mit dem Tim seine 25 Jahre Bühne feiert – zusammen mit seinem Publikum. 
Uns wird ein neuer Tim Fischer erwarten, einer, der erwachsen geworden ist, der für sein Leben die Klarheit entdeckt hat. Und gleichzeitig einer, der uns die vertrauten Lieder auch weiterhin gönnt. Die verbinden uns ja. „Komm großer schwarzer Vogel“, „Wo sind die Clowns“ und – ja – auch die Rinnsteinprinzessin. Neben ein paar neuen Liedern von mir. Und vielen andern natürlich….

Begleitet wird von Rainer Bielfeldt am Flügel und von Thomas Keller mit Akkordeon und Saxophon.
Die Premiere ist wahrscheinlich schon ausverkauft – aber bis zum 13.10 spielt Tim noch im Tipi. Und auch in vielen anderen Städten. Bei dieser perfekten Gelegenheit sollte man sich die CD zum Programm nicht entgehen lassen. Die neue CD „Geliebte Lieder“. Übrigens ist hier (und im Programm) auch eine ExCELLEntin vertreten: Camilla Elisabetn Bergmann steuerte „Jochen“ bei – ein wunderbar böser Song.

Tim Fischerzum Anhören und Anschauen von Zuhause aus:
Tim Fischer zu Gast bei „Thadeusz“ (RBB TV)
Der Sonntagsbrunch (MDR Radio 1)