Kasalla räumt ab

Kasalla – das ist Kölsch und heißt „ordentlich eins drauf“. Mit Schmackes eins auf die Ohren, mit Schmackes auf die Zwölf und mit ganz viel Schmackes: Spaß und Feierstimmung – das ist die Band Kasalla, die im vergangenen Jahr von Flo Peil mit seinen Kollegen Bastian Campmann, Flo Peil, Sebi Wagner, Ena Schwiers und Nils Plum an den Start geschickt wurde. Schon der Showcase führte gleich zu einem Plattendeal. Und das Publikum liebte sie vom ersten Ton an. Dieser riesige Erfolg hat die Jungs selbst aus den roten Schuhen gehauen. Kasalla sind die Senkrechtstarter der Session. Aber auch in den karnevalsfreien Jahreszeiten werden sie uns volle Kanne Spaß verabreichen – so viel ist sicher.

Auf Radio Köln sind sie schon mal Spitzenreiter bei Top Jeck 2012

Verschenken statt Verkaufen?
Das Urheberreicht unter Beschuss

Es ist ja nichts Neues, dass Urheber und deren Rechtewahrnehmer angegriffen werden, wenn sie gegen kostenlose Nutzung ihrer Werke vorgehen. Nutzer lassen sich willig auf die Barrikaden locken, wenn sie Musik und Filme nicht mehr tauschen und gratis herunterladen können, sondern dafür bezahlen sollen.
Mehr als verständlich aus Nutzersicht.
Wo aber kommt der Content her, um den so erbittert gerungen wird? Was ist mit denjenigen Urhebern, die nicht gleichzeitig Bühnenkünstler sind und deren Broterwerb es ist, ihre Kreativität einer Öffenlichkeit zur Verfügung zu stellen?
Spiegel online hat beide Seiten dieser Medaille beleuchtet – gut verständlich auch für Leser ohne Spezialwissen – und hinter der provokanten Überschrift seriös und mit Augenmaß.
Ein lesenswerter Artikel – sei es für empörte Liebhaber von Kulturgut, sei es für ebenso empörte Urheber, die sich schon als Kellner oder Taxifahrer sehen.

Keiner Seite hilft es, die Fronten weiter zu verschärfen.  Kulturgut braucht auch diejenigen, die es erzeugen.
Weiterlesen im Spiegel-Artikel  Die Feinde der „Contentmafia“ sind Heuchler

Überall blühen Rosen

von Claudia Karner (Celler Schule 2006)

Der Valentinstag wirft auch seine musikalischen Schatten voraus. Überall blühen Rosen. Aber davon wusste ja schon Gilbert Becaud ein Lied zu singen. Rosenkavaliere kommen in der Schlagerszene immer gut an – damals wie heute. Freddy Breck wusste auch warum: Rote Rosen sind die ewigen Zeichen der Liebe. Heino liebt nicht nur den Enzian, bis er blau ist,  sondern es darf auch durchaus mal rot sein: Rote Rosen, rote Lippen, roter Wein. Während Hansi Hinterseer der Geiz-ist-geil-Philosophie frönt und seine Angebetete sich mit Sieben Rosen begnügen muss, zeigt Semino Rossi einen Hang zum floralen Größenwahn. Zuerst verschenkt Tausend Rosen für dich, dann sogar Alle Rosen dieser Welt. Zahlenmäßig festlegen will sich Patrick Lindner allerdings nicht, wenn er leichtfertig verspricht: Ich will dir immer rote Rosen schenken. Daran hätte Hildegard Knef sicher ihre Freude gehabt, die ihr Leben lang auf eine meteorologische Sensation wartete:  Für mich soll’s rote Rosen regnen.

Michelle mag’s , wie es scheint, gern unbequem. Sie wünscht sich, In einem Bett aus Rosen die Nacht zuzubringen (Liebe Kinder, bitte nicht nachmachen! Verletzungsgefahr!). Freddy Quinn zeigt sich als Kenner der Dornengewächse. Er weiß: Auf einem Seemannsgrab blühen keine Rosen. Und  falls der Blumenladen doch schon geschlossen haben sollte und die Tanke auch: Eine Rose aus Papier tut’s auch. Meint zumindest Peter Cornelius.

 

PS: Das ist der Jubiläumsblog. Zum 250. Mal wurde auf dieser Plattform ein Beitrag veröffentlicht. Eine rote Rose für alle, die den Musenlustblog gerne anklicken! Und die Musenmuddi kriegt auch eine – nicht nur, weil Valentinstag ist!

 

Auf dem neuesten KÄPT’N-SHARKY-Abenteuer mit Dirk Bach hört man einen ganzen Celle-Jahrgang


Im Februar wird das neue Kinderhörspiel „Käpt’n Sharky – Schiffbruch vor der einsamen Insel“ erscheinen. Das ist nunmehr die sechste Folge der Reihe, und ein Ende ist erfreulicherweise nicht abzusehen. Erfreulicherweise vor allem für den Haupt-Autoren und Produzenten der Hörspiele: RAINER BIELFELDT. Für den „Schiffbruch vor der einsamen Insel“ fehlten ihm im Sommer 2011 noch einige Sprecher für Mini-Rollen. In Springe wurde er fündig: Der komplette Celler-Schule-Jahrgang 2011 wirkt am Hörspiel mit – neben Stars wie Dirk Bach, Axel Prahl und Thomas Nicolai. Segel sind gesetzt – und unsere Hütten sind Eure Hütten! Mehr im Handel oder hier .

 

Mehr zum Produzenten hier.

 

Rote Rosen für Hildegard Knef

von Claudia Karner (Celler Schule 2006)

Wagenradgroßer Hut, schwarz umrahmte Augen, rauchige Stimme, unnahbare Aura – so ist sie mir in Erinnerung geblieben. Jene Sängerin, von der Ella Fitzgerald behauptete, sie wäre the best singer in the world without voice gewesen. Heute vor zehn Jahren starb Hildegard Knef, die Grande Dame des deutschen Chansons.

Werden Wolken alt?/ Sind Fliegen dumm?/ Ist Grönland kalt?/Wenn ja warum?// Diese Fragen stellte sich Hildegard Knef 1965 und machte ihr erstes selbst geschriebenes Lied daraus. Nach ihrer Rückkehr aus den USA, wo sie nicht nur als Schauspielerin, sondern auch am New Yorker Broadway als Sängerin große Erfolge gefeiert hatte, startete die Knef in den 1960er Jahren in Deutschland  ihre Gesangskarriere – vorwiegend mit Chansons, die ihr der Wiener Komponist und Textdichter Charlie Niessen („Eins und eins das macht zwei“,  „In dieser Stadt“, „Er war nie ein Kavalier“) auf den Leib schrieb.

Dann probierte es gebürtige Ulmerin und gelernte Berlinerin selbst. Und sie fand ihren eigenen unverwechselbaren Stil. „Ihre Lieder hatten Sinn, Verstand und, vor allem, Ironie. Und das Erstaunlichste war, dass es die Chansons dennoch in die Hitparaden schafften, als Gebrauchslyrik im besten Sinn“, schwärmte ein Kritiker. Chansons wie  „Berlin, dein Gesicht hat Sommersprossen“, „Ich möchte am Montag mal Sonntag haben“, „Von nun an ging’s bergab“ und „Ich brauch Tapetenwechsel.“  Hildegard Knef  brachte es im Laufe ihrer Karriere auf 23 Original-Alben mit 317 Titeln,  von denen sie 130 selbst schrieb. Mit „Für mich soll’s rote Rosen regnen“ gelang 1968 ihr größter Hit.. Dieses Lied nahm sie 25 Jahre später mit der Gruppe Extrabreit in einer Rockversion auf und gab mit Ende 60 noch einmal ein kräftiges Lebenszeichen von sich.

Einer ihrer größten Fans ist wohl Thomas Goerke. Der Berliner Übersetzer erstellte bereits kurz nach ihrem Tod eine umfassende Website, die von Paul von Schell, dem Witwer von Hildegard Knef, autorisiert wurde. Sie entpuppt sich als eine wahre Fundgrube für jeden Knef-Fan und alle, die es noch werden wollen. Goerkes Begeisterung für Hildegard Knef entstand Ende der 1980er Jahre.  Er lebte damals in London, und ein Freund schickte ihm ein Mix-Tape mit Knef-Liedern.  „Seit damals haben mich die Lieder von Hildegard Knef nicht mehr los gelassen“, so Goerke.  Was für ein Glück für alle Knef-Nostalgiker! Welches  Lied ihm am besten gefällt? Da kann er er sich nicht entscheiden.  „Das schwankt von Tag zu Tag, von Stimmung  zu Stimmung. Falls ich aber drei benennen müsste, wären es wohl „Lass mich bei dir sein“, „Ich erkenne dich nicht wieder“ und „Aber schön war es doch“.

Noch ein Tipp für Knef-Fans: Ein  literarisches Denkmal hat der Autor Eberhard Weißbarth der großen Künstlerin mit dem Buch „Hildegard Knef  – Zwischen gestern auf heute“ gesetzt.

 

Hat es sich aus-ge-ZOSCH-t?

von Jan Jahn (Celler Schule 2008)

ZOSCH, liebe Freunde der zünftigen Unterhaltung! Es heißt Abschied nehmen:
Das ist das letzte Mal, dass ich euch mit dieser Überschrift anrede, denn ab sofort liegt mein Fokus auf „jan.jahn@gmx.de“ meinem brandneuen Musik & Kabarett Programm über die zehn wichtigsten Baustellen, die jeder von uns in Angriff nehmen kann, um die Welt zu retten. Das Thema ist natürlich ein ganz anderes als bisher, ansonsten ist aber immer noch Jan Jahn drin, wo Jan Jahn drauf steht.

Überzeugt euch einfach selbst unter www.janjahnmusik.de. Es hat sich irrsinnig viel getan. Unter anderem ist die Homepage komplett überarbeitet, es gibt erste Video-Einblicke ins neue Programm, und auch erste Auftritte sind am Start. Und gerade in der „News“-Abteilung gibt´s im Moment immer wieder jede Menge Neuigkeiten. Wer allerdings meinen Newsletter explizit bestellt hat, um nur über alles in Sachen Walz auf dem Laufenden gehalten zu werden: Die Wanderjahre 1+2 werden natürlich auch weiterhin gespielt, wenn es sich ergibt. Und die Walz-Abteilung gibt´s auch weiterhin als Unterpunkt auf der Homepage.

Live gibt´s mich in nächster Zeit auch zu sehen:

Sa, 04.02.2012:
Gifhorn, Kulturverein („Heute hier, morgen dort…“)
Sa, 18.02.2012:
Kiel, Hansa 48 (Vorpremiere von „In 10 Schritten zum Weltretter“)
Fr, 24.02.2012:
Espelkamp-Gestringen, Kleinkunstbühne „Alte Schule“ („Heute hier, morgen dort…“)

(mehr Details dazu unter „Auftritte“ auf der Homepage)
Kontakt: jan.jahn@gmx.de

Bis hoffentlich demnächst:
Euer Jan

Ein Blick, ein Kuss

Thomas Woitkewitsch ist nicht nur ein treuer Freund und Jurymitglied der Celler Schule, sondern auch ein Mensch, der privat unser Herz für immer gewonnen hat. Aus dem Schlagerschreiben hat er sich in den letzten Jahren weitgehend zurückgezogen und sich anderen Tätigkeitsfeldern zugewandt. Umso größer unsere Freude, dass er nun doch einmal wieder einen Song getextet hat und dass dieser Song die Charts entert. Interpretiert wird er von der großartigen Veronika Fischer, die endlich auch einmal wieder in unseren westlichen Bundesländern einen Erfolg feiert.

Das Original heißt „One touch“
(Musik: Stefan Olsson; Englischer Text: Fred Johannson, Mark Read – deutscher Text: Thomas Woitkewitsch)

Wehrlos, ratlos, verlegen –
Wahnsinn, was ist los mit mir?
Ich hol langsam tief Luft und frag mich verwundert:
Wie kommt man so schnell von Null auf Hundert?

Ein Blick, ein Kuss, mehr nicht,
auf einmal wird ein Wir
aus Du und Ich,
und nun ist mein Verstand gefragt,
doch der ist wer-weiß-wo.

Ich bin nicht mehr naiv,
mein Herz hat viel gespeichert im Archiv,
jetzt fällt mir nicht das Passwort ein,
und das ist auch gut so.

Es ist seltsam. Wo bleibt meine Abwehr
Die ist sonst doch bei mir besonders stark.
Mach ich mir etwas vor,
ist alles nur Tarnung?
Ich stell mich ganz taub,
überhör jede Warnung.

Ein Blick, ein Kuss, mehr nicht,
auf einmal wird ein Wir
aus Du und Ich,
und nun ist mein Verstand gefragt,
doch der ist wer-weiß-wo.

Ich bin nicht mehr naiv –
mein Herz hat viel gespeichert im Archiv,
jetzt fällt mir nicht das Passwort ein,
und das ist auch gut so.   Ein Blick, der mich berührt,
bei dem man alles spürt.
Auch wer nicht sucht, der kann etwas finden,
wie sowas kommt, das kann keiner ergründen.

Ein Blick, ein Kuss, mehr nicht,
auf einmal wird ein Wir
aus Du und Ich,
und nun ist mein Verstand gefragt,
doch der ist wer-weiß-wo.

Ich bin nicht mehr naiv –
mein Herz hat viel gespeichert im Archiv,
jetzt fällt mir nicht das Passwort ein,
und das ist auch gut so.

So geil Berlin

von Claudia Karner (Celler Schule 2006)

Du ziehst dich an, wie du willst./Dein Stil ist grau und rau, grün und blau./ Dein Charme macht tausend gute Mien’n/ zu jedem modischen Spleen./Du siehst geil aus, Berlin“. So beginnt Roger Ciceros Liebeserklärung an die Stadt an der Spree, die Frank Ramond für sein erstes Album „Männersachen“ geschrieben hat. Ich habe diese Zeilen jedes Mal im Ohr, wenn ich auf dem Flughafen Tegel lande. Und noch die von ein halbes Dutzend anderer Songs. Zum Beispiel das leicht angestaubte „Ich hab’ noch einen Koffer in Berlin“, ein Lied, das Aldo von Pinelli für Marlene Dietrich schrieb und später mit ebenso unverwechselbarer Stimme von Hildegard Knef interpretiert wurde.  Udo Lindenbergs „Mädchen aus Ostberlin“ und  Reinhard Meys „Mein Berlin“, „Ich steh auf Berlin“ von Ideal und Berlin, Berlin – Dein Herz kennt keine Mauern den Gropiuslerchen, ein Lied, das – man höre und staune! – bereits zwei Jahre vor dem Mauerfall aufgenommen wurde.

Es gibt keine andere Stadt, über die so oft in deutscher Sprache besungen wird wie Berlin. Und das seit mehr als 100 Jahren: schwärmerisch und verliebt, selbstbewusst und gesellschaftskritisch, realistisch und rotzfrech, zeitgeistig und satirisch. Der Autor und Berlin-Blogger Aro Kuhrt hat sich die Mühe gemacht, auf berlin-street.de an die dreihundert Titel –  siebzehn davon kommen mit dem schlichten Titel „Berlin“ aus –  aufzulisten und sogar, soweit vorhanden, einen Link zu Youtube gesetzt. Das reicht von A wie „Aber zu Haus kann ich nur in Berlin sein“ bis Z wie „Zwischen Kiez und Kudamm, beide von Reinhard Mey. Aber keine Sorge, nicht  a l l e  aufgezählten Lieder  sind von ihm. Es sind auch ein paar Rapper dabei! 😉

Der Seite würde ein Update nicht schaden. Trotzdem  entpuppt sie sich als musikalische Fundgrube für jeden Berlin-Fan. Und für aktuellere Songs wie „Berlin City Girl“ von Culcha Candela und „Ich will nicht nach Berlin“ von Kraftklub bleibt ja noch immer VIVA.

 

Mehr als perfekt

Und wieder einmal beweist das Netzwerk der Celler Schule, wie gut es funktioniert – Mehr als perfekt sogar. Zufällig genauso heißt der Titel von Maria da vinci. Simone Altenried (Celler Schule 2010) schrieb den Text über die Liebe auf den ersten Blick, unsere forfeet-Freunde  Antje Sommerfeld und Holger Quak haben produziert.
SMAGO schreibt schon vorab.
Wir hingegen müssen uns noch etwas gedulden. Am 23. Januar ist es soweit.
Toi toi toi!

 

ICH DAGEGEN BIN DAFÜR
unpolitisch korrektes Klavier-Kabarett

Geht das überhaupt? Unpolitisch korrektes Kabarett? Lassen wir uns überraschen…

Am 22. Januar hat das Programm von Johannes Kirchberg (Celler Schule 1998) im Kabarett SanftWut in Leipzig Uraufführung. Die Hamburg-Premiere gibts dann am 04. Februar auf dem Theaterschiff DAS SCHIFF.
Die Zusammenarbeit mit Tom Reichel (Celler Schule 2007) war und ist kreativ und es wird gut! Karten gibt es hier (für Leipzig) und hier (für Hamburg) oder bei Johannes direkt: kirchberg@dermenschistgut.de

 

Zwischendurch sieht man ihn hier:
21. Januar – Hamburg – Das Schiff – Kästner
22. Januar – Leipzig – Kabarett SanftWut – Ich dagegen bin dafür
25./26. Januar – Hamburg – Das Schiff – Kästner
27./28. Januar – Flensburg – Orpheus Theater – Verhältnisse
29. Januar – Oldenburg – Burg Uhlenhorst – Kästner (11 Uhr)
29. Januar – Rastede – Hotel – Kästner (20 Uhr)
04. & 08. Februar – Hamburg – Das Schiff – Ich dagegen bin dafür
05. Februar – Stuttgart – Renitenztheater – KabarettBundesliga
10. Februar – Brandenburg – Theater – Kästner
11. Februar – Isernhagen – Rautenkranz – Kästner
12. Februar – Bad Lobenstein – Schloss – Kästner
17. Februar – Goslar – Kabarettbundesliga
22. & 26. Februar – Hamburg – Das Schiff – Kästner
23. Februar – Heringsdorf – Museum – Verhältnisse
24. Februar – Magdeburg – Zitadelle – Kästner
25. Februar – Chemnitz – Arthur – Ich dagegen bin dafür
29. Februar – Hamburg – Motte – Mix

Die Adressen und Telefonnummern hier
Weitersagen erwünscht!

Pigor singt, Eichhorn muss begleiten

von Claudia Karner (Celler Schule 2006)

2012 fing tatsächlich gut an. Bei meinem jüngsten Berlin-Besuch kriegte ich noch eine Karte  für „Volumen 7“, das neue Programm von Pigor & Eichhorn in der Bar Jeder Vernunft. Endlich Pigor & Eichhorn live! Ihren Auftritt in der Arge Kultur in Salzburg hatte ich im letzten Herbst wegen eines unaufschiebbaren beruflichen Termins verpasst. Da saß ich nun mit großen Augen und ebensolchen Ohren in diesem wunderbaren Spiegelzelt in der Schaperstraße, und die zwei taten, was sie immer tun: Thomas Pigor sang, Benedikt Eichhorn musste begleiten (wobei ihm dieses Mal zwei Jazzmusiker, Stefan Goch an der Tuba und Emanuel Hauptmann am Schlagzeug zur Seite standen). Und sie taten es gran-di-os. Mit seinem „Cool Cabaret“ gelang es Pigor, einen unverwechselbaren Stil zu schaffen. Er wurde mit einschlägigen Kabarettauszeichnungen, zuletzt mit dem Deutschen Chansonpreis, bedacht und von Kennern in die Nähe von Georg Kreisler und Friedrich Holländer gerückt.

Diabolisches  Äußeres, schnarrende Stimme, rollendes Rrrrrrrrrr, skurrile, messerscharfe, fiese bis bitterböse Analysen der Alltagsabsurditäten: Man kann Pigor nur lieben oder hassen. Da gibt es nicht dazwischen. Ich bin fürs erstere. „Das Resthaar in cäsarischen Strähnen nach vorn gegelt, die Stirn hochmütig in Falten, gibt Pigor dazu passend im kostbar bestickten Feldherrnrock den »Napoleon quatre«. Wer anderes als so ein kleinwüchsiger Imperator sollte die Komplexe Ihrer Majestät, der Mitte, zugleich verkörpern wie souverän verspotten? Mitte wie: Mittelmäßigkeit, Mitteleuropäer, Mittelschicht. Die gluckst unten im Parkett, beglückt vor Wiedererkennungsschmerz“, schrieb Christiane Grefe in der ZEIT. Wie recht doch die Frau doch hat!  Wohl keiner kann die in dem Song „Nieder mit IT“ beschriebene Wut über verfluchte Upgrades, das bekloppte Aufploppen von Pop-up-Fenstern und Nie-nie!-kompatible Adapterkabel besser verstehen als ich.  „Warum kommt jedes Kleinteil mit einer eigenen Begrifflichkeit daher? Nein, ich bin nicht zu blöd, ich habe nur keine Lust, mir mit diesem Wust weiter mein Hirn zu verwirr’n.“ Wer auch dieser Meinung ist, bitte aufzeigen! 😉

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Was keiner wagt, das sollt ihr wagen!

von Claudia Karner (Celler Schule 2006)

„Was keiner wagt, das sollt ihr wagen./Was keiner sagt, das sagt heraus./Was keiner denkt, das wagt zu denken./Was keiner anfängt, das führt aus./Wenn keiner ja sagt, sollt ihr es sagen./Wenn keiner nein sagt, sagt doch nein./Wenn alle zweifeln, wagt zu glauben./Wenn alle mittun, steht allein./Wo alle loben, habt Bedenken./Wo alle spotten, spottet nicht./Wo alle geizen, wagt zu schenken./Wo alles dunkel ist, macht Licht.“

Ich möchte diese wunderbaren Zeilen als Motto für das neue Jahr in diesen Blog, der nun schon ins dritte Jahr geht,  stellen. Ob sie nun von Walter Flex oder von Lothar Zenetti oder sogar von Franz von Assisi stammen, ließ sich auch nach eingehender Recherche nicht eindeutig feststellen (Sachdienliche Hinweise werden gern entgegen genommen!). Sicher ist allerdings, dass Konstantin Wecker den Text vertont hat. Er interpretiert dieses Gänsehaut-Lied nicht nur solo, sondern auch gemeinsam mit seinem Kollegen Reinhard Mey. Das Duett der großen deutschen Liedermacher ist auf der CD „Mairegen“ zu hören. Kurz vor Jahresende stellte Reinhard Mey, der 2012 sein 70. (in Worten: siebzigsten!) Geburtstag feiert, dieses Lied gemeinsam mit einem kurzen berührenden Jahresrückblick auf seine Homepage. Durch und durch kein Wagnis, sondern sehr empfehlenswert, einen Blick darauf  zu werfen!