Beatlemania

Von Claudia Karner (Celler Schule 2006)

Hamburg, die dritte:

Meeresbrandung, Möwengekreisch, ein tutendes Nebelhorn:  So muss es wohl geklungen haben, als am 16. August 1960 fünf junge, völlig unbekannte Musiker aus Liverpool in Hamburg an Land gingen: John Lennon, Paul Mc CartneyGeorge Harrison, Pete Best und Stuart Sutcliffe. Die Band hatte ein Engagement im Indra, einer Musikkneipe auf der Großen Freiheit, wo sie für 35 D-Mark bis zu acht Stunden spielten und  in kürzester Zeit mit ihrem Beat zum Geheimtipp auf dem Kiez wurden.

Meeresbrandung, Möwengekreisch, ein tutendes Nebelhorn: So klingt es heute im 5. Stock des Hauses Nobistor 10 auf der Reeperbahn, der ersten Station von Beatlemania einem Museum, das durch die Welt der Beatles führt. Und dort erfahre ich, dass die nachmaligen „Fab four“  zu fünft  begannen, Stuart Sutcliffe aus Liebe zu der Fotografin Astrid Kirchherr, die den Beatles den berühmten Haarschnitt verpasste, in Deutschland blieb, und Pete Best etwas später gegen Ringo Starr ausgetauscht wurde. Ist aber nichts wirklich Neues für mich! Schließlich bin ich ein Beatles-Fan mit funktionierendem Langzeitgedächtnis!

Der Hamburger Kulturmanager, Fan und Sammler Matthias Höllings hat das Konzept für die Beatles-Erlebniswelt erstellt, die zwölf Themenbereiche umfasst und von den Hamburger-Tagen über Yellow Submarine bis zu Sgt. Pepper und Abbey Road reicht, „Eight days a Week“ geöffnet hat und jeden Beatles-Anhänger in wunderbaren  Erinnerungen schwelgen lässt. Vergilbte Zeitungsausschnitte, Fotos, technisches Equipment Anno Snow, Vinylplatten und Fernsehaufnahmen in schwarz-weiß, der Seidenpapierdurchschlag des ersten Plattenvertrages der Beatles mit Produzent Bert Kämpfert, Postkarten, die Ringo, an seine Liverpooler Oma schrieb, das Bravo-Cover, das über meinem Bett hing:  Plötzlich die Jugend wieder ganz, ganz nahe… Love, love, me do!

Als ich im Yeah Café einen Espresso trinke, fällt mir auf einmal wieder ein, dass es die Beatles höchst persönlich waren, die mich inspirierten, meinen ersten Songtext zu schreiben, der folgendermaßen begann: „Ich liebe vier Boys aus Liverpool…“ Wie es weiterging? Das ist vielleicht eine andere Geschichte! 😉

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