Beatles an Bord

von Claudia Karner (Celler Schule 2006)

Das Rezept ist einfach, aber gut: Man nehme das Oeuvre eines prominenten Sängers wie Udo Jürgens oder Namensvetter Lindenberg bzw. einer Popgruppe wie Abba, baue darum eine außergewöhnliche Story, – und fertig ist das Erfolgsmusical. Das dieses Song-Recycling tatsächlich funktioniert, bestätigen die ausverkauften Häuser bei „Ich war noch niemals in New York“, „Hinterm Horizont“ und „Mamma Mia“.

Was lag da näher, als auch die Songs der Beatles zu verbraten?  Die Idee dazu hatte der in Spanien geborene deutsche Schauspieler und Autos Enrique Keil. „Beatles an Bord“ ist eine schräge Mischung aus Comedy und Musical, die 2008 in Stuttgart uraufgeführt wurde. Seitdem wird das „Comedycal“ in Deutschland auf und abgespielt. Nun ist „Beatles an Bord“ als eine Produktion des Theaters Laetitia (Regie: Margot Maria Paar, musikalische Leitung: Johannes Pillinger, Choreographie: Maria Gruber) auch in Salzburg gelandet.

Die Story ist rasch erzählt (Beatles-Puristen bitte weghören!): Drei Flugbegleiterinnen der heruntergekommenen französischen Airline Jet-Baguette versuchen auf dem Katastrophenflug von Salzburg nach Paris, einer echten „Magical Mystery Tour“, die Passagiere mit Songs der vier Pilzköpfe bei guter Laune zu halten. Monika Müksch, Alexandra Bauer und Diana Paul haben als Jeanette, Babette und Raclette für jede Panne den passenden Song parat und begeistern mit umwerfend-komischen Dialogen, spritzigen Tanzeinlagen und originellen Interpretationen von mehr als zwanzig Beatles-Hits. Auch wenn wie von John Lennon und Paul McCartney anders konzipiert waren: Die Songs passen wie die Faust aufs Auge!

Heinz Bayer von den Salzburger Nachrichten ist der Meinung: „Die schrägste Komödie dieser Saison!“ Und ich finde, er hat recht damit! (Nicht nur, weil ich die Pressesprecherin des Theaters Laetitia bin…)

 

Es fühlt sich gut an…

von Claudia Karner (Celler Schule 2006)

Georg Clementi strahlt aus jeder Pore. „Es fühlt sich noch immer gut an!“ Vergangenes Wochenende heimste er gemeinsam mit den Kaktusblüten beim Troubadour in Stuttgart den Publikumspreis ein und eroberte den 2. Platz in der Gesamtwertung. Darüber kann er sich wirklich freuen. Und ich erst! Schließlich bin ich diejenige, die Georg die Songs auf den Leib geschrieben hat. Für ihn, den in Salzburg lebenden Schauspieler und Liedermacher, und die Kaktusblüten aus Graz, einem flotter Dreier, der Swing & more auf dem Kasten hat, war es der erste gemeinsame Auftritt auf großer Bühne. Schön, wenn’s gleich auf Anhieb klappt! 😉

Ironisch, witzig, nachdenklich, kritisch, absurd – so präsentierten  sich die 16 Solisten und Gruppen, die sich für den Troubadour, qualifizierten, und ein Lied von Adeline, Burnout, inneren Schweinehunden und Internet-Junkies zu singen wussten.  Was für ein vielseitiges, buntes Programm! Ich hätte nicht in der Haut der Juroren stecken wollen. Der Troubadour fand heuer zum siebenten Mal statt, und Clementi & Die Kaktusblüten (das sind Robert Persché, Martin Plass und Christa Schreiner)  sind die ersten Österreicher, die es ins Finale geschafft haben. „Die lustige Truppe aus Österreich“, so Katja Ebstein, sangen und spielten sich nicht nur in die Herzen des Publikums, sondern sie begeisterten auch die Juroren, allen voran die Ehrenvorsitzende Katja Ebstein, und Sebastian Weingarten, den Intendanten des Renitenztheaters. Auch Troubadour-Patenonkel Stephan Sulke gestand:  „Ich mag den österreichischen Humor. Der ist viel hintergründiger als der deutsche. Nicht so direkt.“

Zum Schluss hatte trotzdem der junge Kölner Musikkabarettist Martin Zingsheim die Nase vorn, der am ersten Abend den Publikumspreis bekommen hatte. „Fix im Kopf, flink am Klavier“, brachte es Bernd Haiden von den Stuttgarter Nachrichten auf den Punkt. Auf Platz 3 landete meine Celler Jahrgangskollegin Madeleine Sauveur, die mich immer wieder auf Neue mit ihren zarten Liedern berührt. Unsere Favoritin, das heißt die von Clementi & Co,  war die rotzfreche, unprätentiöse Uta Köbernick. Die gebürtige Berlinerin mit Wohnsitz in Zürich, musste sich allerdings mit dem 2. Förderpreis begnügen. Den 1. Förderpreis nahm Alex Döring nach München mit, der 3. die Sängerin Wespa nach Salzburg. I will watching you, Wespa!

Am Samstag, den 21. Oktober, gibt es um 19.15 Uhr im SWR in der Landesrundschau-Kultour einen Bericht über die dreitägige Veranstaltung aus dem Hotel Le Meridien. Ich werde mich  dabei genüsslich zurücklehnen – ganz ohne Lampenfieber!

 

Wird schon schief gehen!

von Claudia Karner (Celler Schule 2006)

„Toi, toi, toi“,sagt Anja nach dem Konzert und spuckt mir über die linke Schulter. Jetzt nur ja nicht danke antworten, denke ich, das soll ja nach altem Künstleraberglauben Unglück bringen. Darum murmle ich: „Wird schon schief gehen!“  Anja ist die Frau von Georg Clementi und eine der Zuhörerinen in dem Club, in dem Clementi & Die Kaktusblüten die Generalprobe für  die Endausscheidung zum Troubador absolvieren.

Für Georg, Robert, Martin und Christa ist morgen die Stunde der Wahrheit. Ob die Lieder, zu denen ich die Texte geschrieben habe, bei der Jury auch so gut ankommen werden wie beim Salzburger Publikum? Um 20.40 Uhr ist der Auftritt, der darüber entscheidet, ob es die vier der Sprung ins Finale schaffen. Huch, bin ich  schon gespannt, was uns in den kommenden Tagen im Le Meridien erwartet. Die Konkurrenz ist groß. Unter den letzten 16, die die Qualifikation geschafft haben, ist auch die wunderbare Musikkabarettistin Madeleine Sauveur aus Mannheim. Madeleine ist eine Jahrgangskollegin aus der Celler Schule und ich freue mich sehr, sie wieder zu sehen und zu hören. Auch auf Wespa bin ich schon neugierig, eine junge Sängerin aus Salzburg, die von dem  Produzenten Ray Watt unter die Fittiche genommen wurde. Die Konkurrenz blüht fast vor der Haustür. Watts Studio befindet sich gefühlte dreihundert Meter Luftlinie von meiner Wohnung entfernt.

Jetzt sitze ich vor dem gepackten Koffer und warte darauf, von Georg abgeholt zu werden. Es klingelt. Schnell auf die Enter-Taste drücken und Laptop ausschalten. Raus bei der Tür und dann ab nach Stuttgart!

 

Sido und die große Chance

von Claudia Karner (Celler 2006)

Was ist nur mit den Rappern im deutschen Fernsehen los? Sie geben sich mit geputzter Nase lammfromm in der neuen Doku auf Vox „Cover my song“ wie neulich Favorite oder sprechen im gepflegtem Hochdeutsch verschämt über böse Wörter wie Kitty Kat bei Lanz. Aus ganz anderem Holz geschnitzt ist zum Glück Sido, der im Österreichischen Fernsehen auf ORF 1 sein Rüpel-Rapper-Image zelebriert, auch wenn er jetzt Scheitel und Nerd-Brille trägt.(Gebt dem Mann endlich wieder seine Maske zurück!)

Niemand weiß eigentlich wieso, aber Sido sitzt in der Jury von Die große Chance, dem Ösi-Pendant zu „Deutschland sucht das Supertalent“ – neben Zabine, Tiroler Sängerin, die einst an der Seite von Hubert von Goisern jodelte, der russischen Balletttänzerin Karina Sarkissova, die ihren Bekanntheitsgrad in erster Linie Nacktfotos und einem temporären Rauswurf von der Wiener Staatsoper verdankt, und Bernhard Paul, seines Zeichens Erfinder und Direktor des Circus Roncalli.

Vergangene Woche kam es  zu einem handfesten Skandal, als ein Wiener Heurigenwirt seine große Chance witterte, indem er – Brrrrrrrmmmmmmmmmm! – Motorengeräusche nachmachte. Begleitet wurde er von einem Freund, dem Wiener Journalisten Michael Jeannée. Jeannée schreibt für die Kronenzeitung, das größte österreichische Boulevard-Blatt, eine Kolumne, wo er gerne nach allen Seiten verbale Tiefschläge austeilt. Nun kassierte er von Sido eine Watsch’n, als dieser in seiner (gespielten?) Ahnungslosigkeit nicht die von Jeannée erhoffte Demutshaltung einnahm, sondern ihn als Hausmeister und in späterer Folge Hodenhalter titulierte und von der Bühne scheuchte. Bernhard Paul versuchte, die Situation zu retten. „Pass auf, was du sagst, der kann dich fertig machen“, warf er beschwichtigend ein. Damit goss er allerdings bei Sido Spiritus ins Feuer.

Während am nächsten Tag die Kronenzeitung den bösen Buben in der Luft zerriss, schuf sich dieser mit seiner rotzfrechen Attitüde, wie in vielen österreichischen Online-Foren zu lesen war, auch außerhalb der Rapperszene eine ganze Menge Sympathisanten. Und das will was heißen bei einem Piefke! 😉

Ob diese mediale Spätsommerposse heute Abend zu toppen sein wird? Mal sehen…

 

Wut und Zärtlichkeit

Claudia Karner (Celler Schule 2006)

„Bin auf meinem Weg zum Lieben meinem Innnern treu geblieben, zwischen Zärtlichkeit und Wut fasse ich zum Leben Mut.“ Nach sechs Jahren gibt es endlich wieder eine CD von Konstantin Wecker mit neuen Liedern. „Wut und Zärtlichkeit“ ist der Titel. Am Montag stellte der große deutsche Liedermacher in einer Buchhandlung in Wien einem handverlesenen Publikum sein pressfrisches Werk vor. Begleitet von Jo Barnikel am E-Piano, gab er musikalische Kostproben – „Schwangengesang“ sang er zum allerersten Mal in der Öffentlichkeit – , und plauderte über die Entstehungsgeschichte von „Wut und Zärtlichkeit“.

Zu Beginn des Jahres hatte sich in die Toskana zurückgezogen. „Ich hatte keine Ahnung, ob mir überhaupt eine Zeile einfallen würde“, gestand er. „Ehrlich gesagt, ich hatte eine Heidenangst. Umso älter man wird, um so zurückhaltender werden die Musen mit ihren Küssen.“ Weckers Angst erwies sich als unbegründet. Hört man die Songs, bekommt man viel mehr den Eindruck, die Musen seien vor seinem Flügel Schlange gestanden. Wecker schreibt immer zuerst den Text, den er anschließend vertont. „Darum steht und fällt  meine Liedproduktion mit der Lyrik.“ Als überraschend empfand er, dass ihm in so kurzer Zeit so viele Texte aus der Feder flossen. „Meine Lieder haben mich im wahrsten Sinn des Wortes gefunden.“ Lieder, die mal zornig und laut, mal zärtlich und leise, mal unheimlich komisch sind. Und so verblüfft er seine Fans mit dem lang gehüteten Geheimnis – Man höre und staune! – dass ihm das Lächeln seiner Kanzlerin seinen Verstand raubt.

Zum CD-Titel, der Programm ist, hat Konstantin Wecker ein Kommentar auf seiner Website  Hinter den Schlagzeilen inspiriert. „Ich hatte in einem Blog darüber sinniert, dass ich hin und her gerissen sei zwischen meiner Sehnsucht, mich zu einem Liebenden zu entwickeln und der Wut gegen die Ungerechtigkeiten der Politik, als mir jemand schrieb, das gehöre doch beides zusammen!“  Soll noch einer sagen, Bloggen hätte keine Wirkung!

 

Stuttgart, wir kommen!

Claudia Karner (Celler Schule 2006)

Ich stand im Freitagsnachmittagsstau, als das freundliche Tuten meines Handys mir die Ankunft eines SMS signalisierte. Ich ahnte Gutes. „Habe gerade erfahren, dass wir dabei sind“, smste Georg Clementi aus seinem Urlaubsdomizil. Mein spontanes „Yabadabaduuuuu!“ bei offenem Fenster entlockte dem Audi-Fahrer in der Nebenspur ein breites Grinsen. Dabei sein – das bedeutet, dass es Clementi & Die Kaktusblüten in die Endausscheidung des Troubadours 2011 geschafft haben. Mit Liedern, die ich textete und die Herren Clementi und Persché komponierten. Der Troubadour ist ein Chanson & Liedwettbewerb, den das Hotel Le Meridien Stuttgart vor sieben Jahren initiiert hat. Dort geht auch der Sängerwettstreit über die Bühne – heuer vom 13. bis 15. Oktober. Pate der Veranstaltung ist kein Geringerer als der Liedermacher Stephan Sulke. Ehrenvorsitzende der Jury ist Katja Ebstein. Und die wusste bereits vor Jahren „Wunder gibt es immer wieder!“

Im vergangenen Jahr heimste Axel Paetz den ersten Preis ein, 2010 stand Johannes Kirchberg, ExCELLEnt aus dem Jahr 1998, auf dem Siegentreppchen. Fabian Schläper , ExCEllEnt  des Jahres 2005, kassierte sogar Jury- und Publikumspreis, erzählte er mir bei seinem letzten Salzburg-Besuch. Wann hab’ ich leider vergessen. Und wer wird in diesem Jahr der Sieger? Mann, bin ich gespannt!

PS: Werfen Sie einen Blick auf die neue Homepage der Kaktusblüten. Es lohnt sich!

 

Pack die Badehose ein…

von Claudia Karner (Celler Schule 2006)

Wie konnte das passieren! Nun habe ich doch tatsächlich meinen ersten Blog-Geburtstag verpasst! Am 2. September 2010 habe ich zum ersten Mal aus dem Laptöppchen geplaudert. 35 Beiträge sind es mittlerweile geworden: Ich schrieb über die Celler Schule und meine exCELLEnten Kollegen, über Begegnungen mit Künstlerfreunden, über Erfolge und die Kunst des Scheiterns. Manchmal gab es auch Reaktionen, so wie die von Barbara Berrien, der PegaSusi aus dem Celler Jahrgang 2011, die sich als Tochter des berühmten Textdichters Hans Bradtke outete.

Bei meinem jüngsten Berlin-Besuch lernte ich Barbara persönlich kennen. „Ihr werdet euch sicher verstehen“, hatte Tobias Reitz am Vortag gesagt. Tobi hatte sich zwei Stunden freigeschaufelt, um mit mir im  „Heimatlos“ am Prenzlauerberg Mittag zu essen und über das Thema „Gibt es ein Leben nach der Celler Schule?“ zu philosophieren. Was für eine Freude, Tobi nach fünf Jahren wiederzusehen!

„Mein Vater schrieb mal in den Fünfziger Jahren ein Lied, das  heißt: Wer mal am Kurfürstendamm seinen Kaffee trank. Hättest du Lust drauf? Kann natürlich auch janzwoanders sein“, hatte mir Barbara gemailt. Ich entschied mich für das entzückende Café Wintergarten im Literaturhaus, das in einer Seitenstraße des Ku’damms gelegen ist. Tobi sollte Recht behalten. Barbara und ich unterhielten uns von Anfang an blendend und plauderten über die Celler Schule (was sonst?), das Texteschreiben im allgemeinen und besonderen, den berühmten Über-Vater, die Mozartkugeldiät und das Gut Aiderbichl (jenen Bauernhof, auf dem jetzt die freiheitsliebende Kuh Yvonne, die einen Sommer lang die sommerlochgeplagte Presse von New York bis Shanghai auf Trab hielt, ihr Gnadengras fressen darf).

Alles im Eiltempo. Schon ein paar Stunden später ging mein Flugzeug nach Salzburg. Im Taxi kriegte ich ein Lied nicht aus dem Kopf: „Pack die Badehose ein, nimm dein kleines Schwesterlein und dann nüscht wie raus zum Wannsee…“ – ein Lied, mit dem sich Hans Bradtke unauslöschlich in die Synapsen von Generationen von Schlagerfans eingrub. Tobi hatte mir verraten, wer das Vorbild für das wasserscheue Schwesterlein war. Wissen Sie’s auch? 😉

 

Die Rundum-Schokoladenseite

von  Claudia Karner (Celler Schule 2006)

„Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel. Man weiß nie, was man bekommt“, pflegte die Mutter von Forrest Gump zu sagen. „Nie außer manchmal“, könnte der Musikkabarettist Fabian Schläper hinzufügen, der sich in dem gleichnamigen Programm, das im März im Renitenztheater in Stuttgart Premiere hatte, von seiner Rundum-Schokoladenseite zeigt. Neulich war Fabian, den ich von der Celler Schule her kenne und dem ich vor drei Jahren seinen ersten Österreich-Auftritt vermittelte, wieder einmal in meiner Nähe. Auf Einladung des Kulturforums gastierte er bei den Halleiner Festwochen.

„Kleinkunst heißt Kleinkunst, weil die ganze Show in einen einzigen Rollenkoffer passt“, behauptet Fabian. Nebst Samsonite kam er mit seiner wunderbaren Pianistin Iris Kuhn und einer wasserundurchlässigen Jacke angereist. Mittlerweile kennt auch er den berühmt-berüchtigten Salzburger Schnürlregen. In „Nie außer manchmal“ outet sich Fabian als konsequent inkonsequenter Schokoholic, der zur Trennkost rät: Erst Nutella, und dann die Smarties. Wer sagt: Weniger ist mehr? Mehr ist mehr! Wie sich der smarte Kabarettist im wahren Leben bei diesem kalorienreichen Laster so eine tolle Figur bewahren kann? Jeder Rippe Schokolade folgt eine Runde Jogging!

Nicht nur das Halleiner Publikum schmolz bei Fabians Charme dahin, sondern auch der Leiter des Kulturforums, Friedl Bahner, und die Redakteurin des Bezirkblatts Tennengau, die vermeldete: „Aufbereitet mit musikalischen Showeinlagen und einem verbalen Schlagabtausch mit Iris Kuhn, die ihr Fingerspitzengefühl auf dem Klavier bewies, durchquerten die beiden die menschlichen Abgründe, die sich nie, außer manchmal, zeigen. Die Mischung ist sehr gelungen. Ein feiner Humor!“

Fabians Schläpers Programm hat allerdings mit der zitierten Gumpschen Pralinenschachtel dann doch nicht so viel gemeinsam, wie ich eingangs dachte. Fabian weiß immer, was er am Ende bekommt: Jede Menge Lacher, glückliche Seufzer, tosenden Applaus und ein Sackerl Mozartkugeln! (Dieses Mal habe ich  n i c h t  darauf vergessen!)

 

 

In eigener Sache

von Claudia Karner (Celler Schule 2006)

Heute gibt’s was von mir im Radio zu hören, genauer genau gesagt um 21.40 Uhr auf Ö1. Ö1 ist der Kultursender des ORF. „Texte  – Neue Literatur aus Österreich“ heißt die Reihe, in der heimische Literatur vorgestellt wird, die noch in keinem Buch zu lesen ist. Ö1 sieht, wie er gern betont, die Erstveröffentlichung von Literatur als eine kulturjournalistisch wichtige Aufgabe. Karin Buttenhauser, Literaturredakteurin  aus dem Landesstudio Salzburg, hat die Auswahl der Texte getroffen, die ich augenzwinkernd als Gebrauchslyrik für den schnellen Genuss bezeichne. Es darf geschmunzelt und gelacht werden. Wunderbar interpretiert werde die Gedichte von dem Wiener Schauspieler Stefan Fleming. Zwei Songs, die Georg Clementi und Die Kaktusblüten singen, und  Kurzinterviews mit mir runden den amüsanten (Soviel Eigenlob muss sein!) Werkstattbericht ab.

Stefan Waldow, mein exCELLEneter Kollege aus Hamburg, hat mir einen Link zum Livestream von Ö1 geschickt, den ich Ihnen nicht vorenthalten möchte. http://oe1.orf.at/konsole/?show=live Danke, Stefan! That what friends are for… Der Slogan von Ö1, der übrigens aus der Feder des Krimiautors Wolf Haas („Komm, süßer Tod“) stammt,  heißt: Ö1 gehört gehört! Und ich sage ich aller Bescheidenheit: Diese Sendung auch!

..

 

„Ich will nur noch häkeln…“

von Claudia Karner (Celler Schule 2006)

Wo siehst du dich in zehn Jahren?  So oder zumindest so ähnlich lautete das Thema der letzten Aufgabe, die uns Musenmuddi Edith Jeske einst im Mai stellte. Und wir malten uns – hochmotiviert und kreativ aufgeladen – unsere Zukunft in den schillerndsten Farben aus.

Ich machte mir meinen eigenen Reim darauf und schrieb für jeden ExCELLEnten Kollegen einen Limerick. Limerickschreiben war damals meine große Leidenschaft. Neulich habe ich  beim Aufräumen meines Archivs (Ja, auch das muss sein von Zeit zu Zeit!) die Gedichte wieder gefunden. Ich möchte euch meinen Blick in die Zukunft nicht vorenthalten.  Bei einigen liege ich gar nicht so falsch! 😉

 

BLICK ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT

Wer denkt noch an damals? An Celle?
Wer machte Karriere auf die Schnelle?
Wer blieb exCELLEnt?
Wer hat es verpennt?
Ich sag es euch jetzt – auf der Stelle.

In Hamburg, da saugt Walter Schlinger*,
sich täglich drei Hits aus dem Finger.
Er lebt von Tantiemen
und muss sich nicht schämen.
Die bringen echt Kohle, die Dinger.

*Künstlername von Christian Lütjens

Auch Michael kommt nicht zum Rasten,
haut Nacht für Nacht fest in die Tasten.
Die Presse schreibt:  „D e r  hat
den Schalk von Heinz Erhardt.
O Mann, der hat echt was am Kasten.“

Fly zupft jetzt herum auf ’ner Gibson,
beschwört noch die Apocalypsen,
ein bisschen exentrisch,
doch immer authentisch.
Für ihn schwärmen Teenies wie Tippsen.

Karriere gemacht hat auch Holger.
Doch Ruhm bringt nebst Fans auch Verfolger.
(So’n Shit! Modern Stalking!)
His boots – made for walking –
die trugen ihn bis an die Wolga.

Ganz über’s Gesicht strahlt jetzt Danny.
Der Grund dafür? Endlich gibt’s Money!
Sie darf nun in Schwetzingen
Grisabella in „Cats“ singen.
Drum schnurrt sie vergnügt:“ Life is funny!“

Nicht der Wind allein singt Stefans Lieder.
Überall singt man sie – immer wieder.
Selbst der Chor Gotthilf Fischers
schwärmt: „This guy is delicious!“
Und die Fans knie’n vor Ehrfurcht sich nieder.

Ihrem Stil immer treu blieb Konstanze:
„Ich schrieb wieder mal eine Romanze.
Ob’s ein Reim, ob’s kein Reim is?
Ich behalt’s als Geheimnis,
Denn ich pfeif auf das Show-Biz, das ganze.“

Ganz weit oben, da steht jetzt Madeleine.
Singt zum dritten Mal nun an der Seine,
schaut auch dort in den Mond,
wie sie gerne betont.
Und dann zeigt sie mir lächelnd die Zähne.

Axel wartet noch drauf, aber käm’s,
dieses Bond-Angebot, ja, er nähm’s.
Daniel Craig ist zwar Brite,
aber sonst eine Niete.
Und wir üben schon alle: „Oooooh, James!“

Und ich? Ich sitz’ untätig rum,
und mach keinen Finger mehr krumm.
Verdiene mich nämlich
mit Limericks dämlich.
Ich finde das nicht mal so dumm.

„Echt geil, Leute! Kann auch nicht mäkeln.
Ich darf mich im Sonnenschein räkeln.
Meinen Job macht nun Tobi.
Lieben Gruß aus Nairobi“,
mailt Edith. „Ich will  nur noch häkeln.“

 

 

Was macht eigentlich…? Teil 3

oder Meine ExCELLEnten KollegInnen, five years after

von Claudia Karner (Celler Schule 2006)

„Alles chattet, bloggt, simst, und einen Virus auf dem PC entdecken wir eher als eine Laus auf der Leber unserer Mitmenschen. Wir leben in einem Informations- und Kommunikationszeitalter, aber mein Mann denkt, er hat ’ne Hauptrolle in einem Stummfilm.“ Madeleine Sauveur, charmante Chansonette und Kabarettistin aus Mannheim, erweist sie sich in ihrem aktuellen Programm „Ich höre was, was du nicht sagst“ erfolgreich als Spezialistin für die Missverständnisse zwischen den Geschlechtern.  Trotzdem ruht sie sich nicht auf ihren Lorbeeren aus.

„Clemens und ich sind schon wieder dabei, ein neues Stück vorzubereiten, das im kommenden März Premiere hat. Es ist einfach immer unsäglich viel Arbeit, aber wir haben auch schon viel Spaß damit gehabt. So ist es nicht“,  lässt mich Madeleine wissen. Clemens, das ist Clemens Maria Kitschen, Pianist und Komponist an ihrer Seite. „Wir spielen auch noch das „Sternstundenhotel“ und mit dem „Kulturknall“ sind wir auch noch unterwegs.“ Der Titel „Sternstundenhotel“ ist übrigens einem Geistesblitz bei einem  Überlappungswörterspiel in Celle zu verdanken. Mit ihrem Musikkabarett ist Madeleine gern gesehener Gast auf vielen deutschen Kleinkunstbühnen. Was mich besonders freut: Im November überqueren Madeleine und Clemens wieder einmal den Weißwurstäquator und treten in München auf. Da muss ich unbedingt hin!

Und was machen die restlichen Jahrgangskollegen? Holger Edmaier, der Bremer aus Köln,ist nach einem kurzen Intermezzo als Flugbegleiter auf die Kabarettbühne zurückgekehrt und tummelt sich ebenso lustvoll und erfolgreich auf der „Spielwiese – ein Eldorado für Bekloppte“. Mit seinem nächsten Programm, das am  1.Oktober in Braunschweig Premiere hat, geht Holger allerdings mit Sicherheit baden.Und zwar Nacktbaden. So der Titel. Bei „Nacktbaden“ zieht sich Holger im Duo aus. Vanessa Maurischat ist seine Bühnenpartnerin.

Martin „Fly“ Fliegenschmied schreibt und schreibt und schreibt.Songs für Christine Stürmer, Barbara Schöneberger, Thomas Godoj und Vanilla Ninja, aber auch sein Band Parka,die Indie Rock spielt.  Axel Steinmüller arbeitet als Schauspieler und Werbedarsteller und wird im Netz als „kompetenter Sympathieträger“ angepriesen. Bei Konstanze Niemz, der zarten Sängerin aus Hoyerswerde, gibt nicht einmal die Suchmaschine meines Vertrauens was her. Wirklich schade! Wüsste zu gerne, wie es ihr geht.

Was macht eigentlich…? Teil 2

oder Meine ExCELLEnten KollegInnen, five years after

von Claudia Karner (Celler Schule 2006)

„Bin am Osterwochenende durch Celle gefahren und musste dran denken, dass es genau fünf Jahre her ist. Waren schon vierzehn tolle Tage damals“, schwärmt Stefan Waldow, Singer-Songwriter aus Hamburg. Nun soll es seine Songs, darunter  auch „Der Wind schickt mir deine Lieder“, endlich auf CD geben. „Die Produktion geht in kleinen Schritten voran. Aber ich hoffe, dass bis Juli alles im Kasten ist und abgemischt werden kann.“  Was lange gärt, wird endlich gut! Einen schönen künstlerischen Spielplatz hat Stefan gemeinsam mit Dagmar Lauschke und Fabio Malaguti auch beim Playground-Trio gefunden. Die drei covern ihre Lieblingssongs aus dem 80ern – von Deche Mode bis Abba – und verjazzen sie. „Eine Hommage an unsere Teenagerzeit – ohne Synthesizer und Schulterpolster“. Außerdem leitet Stefan zwei Pop-Chöre und ist Mitveranstalter des Singer-Songwriter-Sunday Sängerknaben und Sirenen, das nun von der Reeperbahn in das Gängeviertel gezogen ist. Juli und August machen die Sängerknaben und Sirenen Sommerpause. „Aber für den ersten September-Sonntag planen wir eine größere Open Air-Veranstaltung, bei der viele Künstler auftreten werden, die schon einmal bei uns waren“, freut sich Stefan. Da wäre ich wirklich gern dabei.

„Erinnere mich auch noch gerne an die Celler Zeit“,schreibt Daniela Merz, pfälzische Wahl-Hamburgerin (Wie konnte ich das nur vergessen!), Schauspielerin, Sängerin und Texterin. Es macht Spaß, sich auf ihrer Homepage umzusehen und z. B. das Lied vom Kippenautomat anzuhören. Den Text  hat sie in Celle  geschrieben und später  gemeinsam mit Matthias Reuter aufgenommen.„Beim Bundeswettbewerb Gesang 2007 war im Halbfinale Endstation für mich und seitdem ist mir das Liederschreiben und Singen auch leider etwas hinten runtergefallen.“Was sie zur Zeit schreibt, ist auf der HP unter „Wörter“ nachzulesen. „Die Suche nach jemand,der meine Textearrangiert, habe ich vorläufig aufgegeben.“ Zwei ihrer Lieder hat die Musikkabarettistin Madeleine Sauveur, ebenfalls Celler Jahrgangskollegin, in ihrem Programm „Sternstundenhotel“.

Und noch was: Im letzten Herbst gründete Danny mit zwei Kollegen, Mirko Thiele und Anna Pokrywiec die Sofafotografie Hamburg. „Ein Foto ist ein Gedicht ohne Worte“, ist das Motto des kreativen Trios. „Es steckt viel Herzblut drin“, sagt Danny. Und das spürt man.Mirko macht die Fotos  – Und  was für welche!- , Anna das Make-up, Danny  Organisation und Marketing. Nach dem Studium der Homepage beschließe ich, obwohl ich ein bekennender Fotomuffel bin: Beim nächsten Besuch in Hamburg muss ich unbedingt bei den Sofafotografen auf die Couch!

(Fortsetzung folgt)

Christian Lütjens schreibt dazu:
Claudia, sehr schön, wie der Celle-Jahrgang 2006 dank Deiner Einträge in die Aktualität überführt wird. Bin gespannt auf weitere Episoden, der Karnerschen „Was macht eigentlich“-Reihe.
Bevor aber hinten runterfällt, dass Claudia neben dem Blog-Schreiben ebenfalls sehr rührig ist, übernehme ich hier kurzfristig ihre Rolle als Musen-Reporter. Gemeinsam mit einem Grazer Komponist ist La Karner nämlich dabei, ein Bühnenprogramm aus ihren Texten zu entwickeln. Sie veranstaltet Lesungen im Salzburger Café Mozart, macht PR für eine freie Theatertruppe und schreibt natürlich Gedichte. „Manchmal werden sie sogar im Radio veröffentlicht“, berichtet sie. Wundern wird das niemanden, der schon mal ihre spontanen Limericks gehört hat. So weit erst mal. Grüße an den Rest – von dem hier demnächst hoffentlich auch etwas zu lesen sein wird! Cheerio

Claudia Karner antwortet:
Lieber Christian,
nun hat doch tatsächlich vergangene Woche der Blitz in meinen Computer eingeschlagen (kein Witz!), und ich komme erst heute dazu, zu antworten. Danke für deine Ergänzung. Dem kann ich gleich noch etwas Aktuelles hinzufügen. Am 18. Juli gibt es auf Ö!, das ist der österreichische Kultursender, 20 Minuten Unveröffentlichtes von Claudia Karner zu hören. Ich bin schon ganz gespannt auf die Sendung.

Liebe Grüße nach Hamburg
Claudia