ExCellent durch die Krise – Kreative Wege in Zeiten des Lockdown (Teil IV)

Von Turid Müller

Die einen machen wieder auf, die anderen machen pleite. Und das Sommerloch schließt nahtlos an den Shutdown an. Was bedeutet das für die einzelnen Kreativen? – Ein paar Einblicke…

Corinna Fuhrmann (© Paul Zimmer)

„Ich muss ehrlich sagen, mein Kopf war die ersten Wochen lang absolut leer“, berichtet Corinna Fuhrmann (Celler Schule 2017). Als Lucy van Kuhl steht sie sonst mit ihren Klavier-Chanson-Kabarett-Programmen auf der Bühne. „Ich wollte nicht auf den Zug der Live-Streaming-Konzerte aufspringen und hatte das Gefühl, alles, was ich bislang geschrieben habe, sei banal. Dann kam endlich die Lust aufs Kreativsein zurück, die Lust aufs unbeschwerte Schreiben.“
Dreieinhalb Monate lang ist sie in ihrer Wahlheimat, in der Provence: „Man denkt sofort: Urlaub! Aber hier herrschten ziemlich strenge Ausgangssperren. Das hat mich an manchen Tagen sehr deprimiert. Aber immerhin gehöre ich nicht zur Risikogruppe. Ich habe mich gefragt, wie es wohl den alten Menschen geht, für die jeder Tag unendlich viel Wert sein muss und die diese kostbaren Tage gerade nicht leben dürfen. Daraus ist das Lied Liebe Omama entstanden. Gecoacht hat es mein Freund Jonas Pätzold, der mit mir 2017 in Springe war. Durch das Schreiben und Aufnehmen des Liedes ist meine Motivation zurückgekommen.
Mit ihrem Freund Lars Redlich (Celler Schule 2014) ist dann ein Lied über ein weiteres aktuelles Thema entstanden: Abstand. Und der Name ist Programm: „Wir haben es dann nacheinander über 1000 km Entfernung aufgenommen und in einem Video zusammengeführt. Sowas hatte ich vorher noch nie gemacht – also etwas gelernt in der Corona-Zeit…“

 

Karla Feles

Neue Wege beschritten hat auch Karla Feles (Celler Schule 2018). Sie hat den Livestream für sich entdeckt. Was sie in den letzten Monaten erlebt hat, beschreibt sie so:

„13. März 2020, Mathildebar Ottensen, Hamburg. Feli rockt die Mathilde, und keiner weiß, dass der Lockdown ganz kurz bevorsteht und dieses mein letztes Konzert für viele Wochen sein wird. Und dann? Kam Corona mit all dem, was jeder kennt. Und ging es mir schlecht? Kaum mag ich es zugeben: nein. Das einzige, was mir wirklich fehlte, war, meine Kinder umarmen zu können. Ansonsten hatte ich alles: Dach, Essen&Trinken, Nähmaschine, Musik. Da ich aber wusste, dass es manchen in meinem großen Freundes- und Bekanntenkreis anders ging, hab ich mir überlegt, diejenigen mit meinen Liedern aufzumuntern. Und 10 Wochen lang jeden Abend um 18.30h gab es dann im Live Stream auf FB ein Felilied zu hören und zu sehen.
Die Reaktionen waren immer sehr positiv; man drückte Dankbarkeit aus und freute sich auf das nächste Lied. 1 Kommentar machte mich schmunzeln: “ Über deine Lieder kann man ja geteilter Meinung sein, aber dein Outfit war immer top!“ Wer sich da selbst ein Bild machen möchte, schaue einfach in meine Chronik.“
In guter Aufnahmequalität gibt es einen der Songs auch auf YouTube, zusammen mit weiteren Liedern. CD-Aufnahmen sind auch kürzlich gemacht worden: „Hat unglaublich Spaß gemacht!“

Was alles nicht stattfand zu Coronazeiten, will sie lieber nicht aufzählen: „Sonst bin ich doch zu betrübt.“ Lieber konzentriert sie sich auf nächste Pläne. Und gibt uns mit: „Freut euch an eurer Kreativität, füttert sie mit Neuem, lasst euch nicht verdrießen!“

ExCellent durch die Krise – Kreative Wege in Zeiten des Lockdown (Teil III)

Von Turid Müller

Die ersten Lockerungen gibt es schon. Doch noch sind die meisten Kultureinrichtungen geschlossen – oder müssen mit starken Beschränkungen zurechtkommen. Aber die ExCellent*innen schreiben, singen und musizieren weiter…

Credit: Emanuel Klempa

Christin Henkel (Celler Schule 2013) verbringt die „unverhoffte Freizeit durch abgesagte/verschobene Veranstaltungen“ am Klavier. Spontan kam ihr die Idee zu einer Piano-EP mit dem Titel „Dreamscore“: „Auf meinem Instagram-Kanal habe ich dazu aufgerufen, mir persönliche Traumgeschichten zu schicken. Diese möchte ich in Musik verwandeln. Träume vertonen also.“

Außerdem schreibt sie ihr neues Buch. Es erscheint am 21.09. und trägt den Titel Achtsam scheitern // Wie ich die Erde retten und dabei gut duften wollte. – Am 09.10 kommt dann übrigens gleich auch ihr aktuelles Album #infaulenzer raus.

Konstantin Schmidt (Celler-Jahrgang 2011) hofft in seiner Eigenschaft als Bühnenkünstler, der gerade letztes Jahr ein neues Weihnachtszeit-Programm auf die Beine gestellt hat, vor allem, dass es keine zweite Infektionswelle gibt: „Denn nur dann habe ich eine Chance, dass ich im November Dezember mein neues Programm auch wirklich live spielen kann. Auch werde ich einige Nummern umschreiben müssen, um genau das aus dem Programm auszunehmen, was die Kleinkunst ausmacht: die Nähe zum Publikum. Und das ist, wenn man es genau überlegt, ein ganz großer Mist. Aber wem sag‘ ich’s?“

Foto: Arno Kohlem, Karlsruhe

Eigentlich hätte er sich im ersten Halbjahr vor allem um das nächste (ganzjährige) Solo-Kabarett-Programm gekümmert. Aber es kam anders: „Angesichts der unsicheren Lage, habe ich das im März beiseite gelegt. Stattdessen experimentiere ich mit neuen Videoformaten. Mein Ziel, musikalisches Kabarett auch jenseits kompletter Lieder per Video zu machen. Drei Scheinwerfer habe ich schon!“ Zum Glück gibt es bis dahin ein paar Online-Auftritt, zum Beispiel Mittwoch,10.6. um 19 Uhr in der Show Lachen Sie sich schon mal frei, die im Kulturhaus Osterfeld in Pforzheim aufgezeichnet wird. Karten gibt’s über Reservix.

Außerdem hat er etwas mehr Zeit als ursprünglich geplant in die Entwicklung seiner „Reim-Datenbank“ gesteckt: „Das soll ein Web-Dienst werden, der uns Textdichter beim Schreiben unterstützt, und zwar weit über das reine Finden von passenden Reimwörtern hinaus. Das Projekt ist schon weit gediehen. Erste Testnutzer werden es dieses Jahr in die Finger bekommen. Und wenn alles glatt läuft, geht es 2021 offiziell an den Start.“

Aus dem Musikvideo „Aus der Ferne nah“

Michael Hierer (Celle 2018) hat die Krise zum Glück beruflich nicht so hart getroffen wie einige andere: „In meinem Studium als Keyboarder und Produzent habe ich viel Zeit mit digitalen Medien verbracht und gelernt Einschränkungen (bei allem gebotenem Respekt) als Chancen zu begreifen. Meine Unterrichtstätigkeit habe ich beim Großteil meiner Schüler sehr schnell auf Online-Unterricht umstellen können, der dankbar angenommen wurde. Produktionen u.ä. laufen ohnehin so, dass die Kunden von mir digital beliefert werden. Einzig der Wegbruch des Live-Sektors war schmerzhaft. Die Tour mit Nikolas Müller durch die Republik wäre für mich ein Highlight gewesen, das jetzt warten muss (immerhin haben wir einen wundervollen Live-Stream aus den Münsterland-Studios gespielt). Auch mit Turid Müller (Jahrgang 2016) hätte ich einige Termine gespielt, die abgesagt werden mussten. Dafür haben wir uns aber kurzentschlossen um unser Duo-Projekt Steife Krise gekümmert, mit dem wir inzwischen mehrere Songs für unsere erste EP geschrieben und produziert haben. Die Finanzierung versucht ihr Glück auf Startnext und freut sich über Unterstützung. Schließlich kreist mein Kopf (und mein Studio) noch sehr um mein Solo-Projekt „Hierer“, mit dem ich am liebsten noch dieses Jahr ein Album vorlegen würde.“
Dieses Jahr hat also – Krise hin oder her – noch Einiges zu bieten. – Lassen wir uns überraschen!

 

 

Das Gedicht des Monats – und ein heißer Tipp: Das Krisenbüro

Fotografin: Sylvie Gagelmann

Zusammengestellt von Turid Müller

Michael Feindler nutzt sein Monatsgedicht erstmals für Werbung – und zwar für ein brandneues TV-Format…

 

Corona und der Lockdown stellen uns als Gesellschaft vor große Herausforderungen. Zu tun gibt es für uns Kreative also mehr als genug. Da ist so Vieles, was im Argen liegt und dringend kommentiert werden müsste: Das Sterben der Kulturszene, die Forderung danach, die „Schwächsten in der Gesellschaft einfach sterben zu lassen“, und das Wiedererstarken mancher alter Denkmuster. Doch gerade jetzt gibt es zu wenig Bühnen dafür. Wir schaffen uns daher neue, virtuelle. So auch Michael Feindler. Darum gibt es in seinem aktuellen – und wie immer mit spannenden Links gespickten – Newsletter diesmal einen…

 

 

TV-Tipp in eigener Sache

Ich wünscht, man hätte mich gebeten,
gleich morgen wieder aufzutreten
und mit der Bahn herumzureisen
zu Bühnen, die zur Zeit verwaisen.
Doch das ist aktuell nicht drin.
Ich akzeptiere Grund und Sinn,
bemerke aber immer wieder:
Ich brauch für Kabarett und Lieder
ein so genanntes Publikum,
sonst bleiben meine Worte stumm;
ein Vers erwacht erst dann zum Leben,
kann ich ihn munter weitergeben.

Es bleibt ein Trost (obgleich ein schwacher):
Für Poesie und feine Lacher
konnt ich mit einigen Kollegen
im Fernseh’n kürzlich was bewegen.
Und so empfehle ich als Wink
mit einem Zaunpfahl diesen Link:
Das Krisenbüro – Drei Satiriker off Stage | MDR

ExCellent durch die Krise – Kreative Wege in Zeiten des Lockdown (Teil II)

Von Turid Müller

Was machen eigentlich die Absolvent*innen der Celler Schule jetzt, wo die Spielstätten geschlossen sind? – Weiter! Aber oft auf anderem Wege…

Isabel Arnold und ihr neuer „Bühnenkollege“

HüperBel alias Isabel Arnold (Celler Schule 2019) bringt es auf den Punkt:
Was sie daheim in den Wahnsinn treibt, ist:

1)Stundenlange Telefonkonferenzen mit den Kollegen zu Fragen, die man normalerweise schnell mal im Büro bei einem Kaffee klärt

2)Die Kinder bei Laune halten, die natürlich viel lieber ständig Xbox spielen als Hausaufgaben zu machen.

3)Nicht selber Xbox ständig spielen können

Allerdings hat sie selbst in dieser Krise, wie sie sagt, eher kleine Sorgen und verrät, was ihr gut tut:

1)einen Bürojob zu haben und damit das Privileg, die eigene Existenz gerade nicht in Gefahr sehen zu müssen

2)den Freund als Bühnen- und Produktionspartner zu entdecken

3)mit dem Internet die ganze Welt erreichen zu können“

Jutta Wilbertz – Mord ist mehr als nur ihr Hobby

Wie sie dazu kommt? Sie plaudert aus dem Nähkästchen:

„Auf einmal waren wir jeden Abend daheim, kein Improtheater mehr spielen, Kein Stand-Up, kein Kabarett, nüscht. Man kann ja nicht ständig Xbox spielen. Comedy Kollege Berhane Berhane hatte die Idee, in einem Instagram Livestream ein paar neue Jokes zu testen, was eigentlich ganz gut funktioniert hat. Ich hatte dafür fix einen Quarantäne Macarena zusammengeschustert und den danach ins Netz gestellt. Den hatte ich dann – eigentlich nur als Sprachübung – ins Dänische übersetzt. Aber ein gelangweiltes Wochenende später hatten mein Freund und ich die Version aufgenommen und samt Video ins Netz gestellt. Ich glaube, das war zumindest auf Facebook mein bisher erfolgreichstes Video – mit deutschen Untertiteln.“
Auch Jutta Wilbertz (Celler Schule 2011) treibt sich vermehrt im Internet rum. Nicht nur zur Akquise neuer Gigs, sondern sozusagen auch in „krimineller Mission“ – sie schreibt Krimis. Aber natürlich auch neue Songs – wie zum Beispiel die Couch-Schnecke, in der sich vermutlich die Eine oder der Andere wiedererkennt… Und manchmal mischen sich auch ihre beiden kreativen Lieblingsfelder – und dann kommt ein Krimi-Song dabei raus.
Katie Freudenschuss (Celler Schule 2008) äußert sich im Rahmen von Livestreams und Challenges zur Situation. Zum Beispiel unter dem #weiterlachen beim WDR, bei Schmidt FLYX im SR2 Kulturradio und an der Seite von Gerburg Jahnke im Ebertbad Oberhausen. Heute (03.05.2020) um 19 Uhr gibt es dort auch ihr Solo zu sehen. Dienstag ist sie zu Gast in der Anstalt. Und Ende Mai / Anfang Juni erscheint ihr neues Album, das sie live im Schmidtchen aufgezeichnet hat.

Katie Freudenschuss – Viel unterwegs

Einige macht die Krise Erfinderisch und experimentierfreudig. So zum Beispiel Jens Wenzel (Celler Schule 2016): „So mies, wie diese Krise auch ist, hat sie für mich auch einige neue Impulse gebracht. Ich habe das Live-Streaming für mich entdeckt, da ich meine Show trotz des „Auftrittsverbots“ durchführen wollte und es mich gereizt hat, mit einfachen Mitteln meinen eigenen kleinen „Fernsehsender“ an den Start zu bringen. Ich bin zwar eher Audiomensch und kamerascheu, aber vor allem die Improszenen in meiner Show funktionieren besser, wenn man die Schauspieler*innen auch sieht.

Jenz Wenzel – Finale vom 1. Livestream

Ich plane gerade ein abgespecktes Format meiner Show, „Gerührt und geschüttelt – light“, in dem ich verschiedene Künstler vorstellen werde.
Außerdem unterstütze ich die Leute vom BühnenRausch beim Live-Streaming, so streamen wir morgen die Online-Dating-Improshow „Fake It“ auf Facebook. Auch wenn ein Live-Stream keine Bühne ersetzen kann, wichtig ist es einfach, kreativ zu bleiben und sich nicht von einem Virus ins künstlerische Handwerk pfuschen zu lassen.“
Wer die Premiere von Jens‘ Streaming-Aktivitäten sehen möchte, kann das hier. Improtheater, Musik, Talk – es ist eine bunte Mischung und funktioniert tatsächlich alles auch online.
Also: Wir sind und bleiben kreativ. Trotzdem ist bei weitem nicht alles rosig. Die staatlichen Hilfen haben zuweilen mehr Lücken als Netz. Die Gratis-Kunst im Internet könnte die Preise auf dem umkämpften Kulturmarkt noch weiter drücken und die Lage für alle noch prekärer machen als sie ohnehin schon war. Und auch die Dinge, die wir uns anhören müssen, sind seit der Krise nicht besser geworden. Zum Umgang mit uns Kreativen habe ich neulich mal in gereimten Worten Stellung bezogen. Das taugt vielleicht als Schlusswort.

Zu kurz aber gut – Sängerin Regy Clasen verstorben

von Turid Müller

Regy Clasen

Die Hamburger Sängerin und Liedermacherin Regy Clasen ist am 28.03. im Alter von 48 Jahren nach langer Krankheit in einem Hospiz in Hamburg Altona verstorben.

In der Hamburger Musikszene war sie ein Begriff. Regy Clasen arbeitete Solo und an der Seite zahlreicher Größen wie beispielsweise Stefan Gwildis, Joja Wendt und Ana Depenbusch. Sie war „Stammgast“ bei Hamburg Sounds, der Musik-Live-Sendung von NDR 90,3. Sie sang auch zusammen mit der NDR Bigband, die als einziger Act aus Deutschland bei der letzten Grammy-Verleihung einen Preis gewinnen konnte, für die Obdachlosenzeitschrift „Hinz & Kunzt““, berichtet die tz. Zu ihrem Repertoire gehörten Chanson, Pop und Soul. „Nach ihrem ersten Solo-Album „So nah“ wurde Clasen als Geheimtipp gehandelt“, schreibt der Schlagerplanet in seinem Nachruf. Zu meinen Liebslingssongs von ihr gehört zum Beispiel Songs wie Kann ich bleiben heute Nacht oder Die Stadt gehört Dir.

Sie war eine von uns: Ihr Weg als Musikerin begann mit dem Popkurs, dem Kontaktstudium Popularmusik an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Und mich persönlich hat sie schwer berührt und mit deutschen Texten so sehr versöhnt, dass ich englische Popsongs an den Nagel hängte und schließlich meinen Weg zur Celler Schule fand. Ich habe sie nur einmal live gesehen. Und das mahnt mich wieder mal, meine Lieblinge jetzt und sofort auf ihren Bühnen zu besuchen. Bevor es nicht mehr geht.

Wegen der Regularien im Rahmen der Corona-Krise gibt es zurzeit keine Möglichkeit für einen Abschied mit den Fans, dieser wird aber – so bald als möglich – nachgeholt.

Regys Tag ist zu Ende gegangen – aber ihre Musik bleibt.

ExCellent durch die Krise – Kreative Wege in Zeiten des Lockdown (Teil I )

Von Turid Müller

Was machen eigentlich die Absolvent*innen der Celler Schule jetzt, wo die Spielstädten geschlossen sind? – Weiter! Aber oft auf anderem Wege…

Mario Rembold

Mario Rembold, Celler Schule 2015, ist (im bürgerlichen Beruf) Wissenschaftsjournalist. Er betrachtet den Ausnahmezustand durch die Brillen seiner beiden Professionen, die auf unterschiedliche Weise vom Shutdown betroffen sind: „Mein Song Tausend Smileys und ein Herz entstand im heimischen Wohnzimmer (Wo sonst?). Was mach ich sonst so? Als Wissenschaftsjournalist schreibe ich und telefoniere auch schon mal mit Forschern. Da ich meist zuhause arbeite, ist das keine große Umstellung. Sorgen habe ich trotzdem, was meine Auftragslage in naher Zukunft betrifft. Vieles wird sich ja ändern, für jeden von uns. Erstmal ist wichtig, gesund zu bleiben und die Menschen um uns zu schützen.“

Aus professioneller Sicht aus der Welt der Wissenschaft hat er einen Wunsch: „Leider gibt es in den digitalen sozialen Netzen derzeit massenhaft selbsternannte Experten, die mit gefährlichem Halbwissen fragwürdige Thesen verbreiten und damit Klicks generieren. Als Wissenschaftsjournalist wünsche ich mir jetzt, dass wir ausnahmsweise mal alle auf die seriösen Stimmen hören.

Melvin Haack

Als Songschreiber und Bühnenbiologe will ich aber auch, dass wir dabei unseren Mut und Humor behalten. Momentan ist das Wichtigste: Meidet soziale Kontakte! Damit schützt ihr euch und eure Lieben. Aber hey: Ihr dürft trotzdem Spaß haben, mit Freunden videochatten, lustige Videos anschauen oder selber filmen. Seid kreativ oder fahrt einfach mal runter. Es gibt eine Welt nach SARS-CoV-2. Bis dahin lasst uns die Menschen um uns herum schützen, lasst uns gesund bleiben – damit es für all unsere Lieben auch ein Leben nach Corona gibt.“

Melvin Haack, Celler Schule 2016, ist in Wohlstandsquarantäne. Diese gibt ihm und seiner Band Schnaps im Silbersee aber ganz offenbar Zeit für neue Musikvideos.

Und da ist er nicht allein. Viele Kreative stehen statt auf der Bühne zurzeit im Netz.

Michael Krebs

So zum Beispiel auch Michael Krebs, Celler Schule 2003. Er hat einen Online-Channel live aus dem Wohnzimmer ins Leben gerufen, um in Kontakt mit seinem Publikum zu bleiben, und mich damit auf die Idee zu diesem Artikel gebracht. Er hat übrigens seit Neustem in einen Spuckschutz auf dem Flügel investiert. – Ich zitiere: „Irre, was man alles schafft, wenn mal mal gar nichts tut!“

Dagmar Schönleber, Celler schule 2018, ist in der Krise regelmäßige Gästin in der Geistershow vom Hoftheater Baienfurt, Samstags 20:15. Dort spielt sie das Lied der Woche zur Lage der Nation. Und sie war im WDR-Portal #weiterlachen zu sehen. Zur Frage, was sie von einem eigenen Live-Channel hält, sagt sie: „Ich selbst bin noch nicht live gegangen, werde das auch vorerst nicht tun, da ist dieses Überangebot und ich würde das jetzt auch nicht exzessiv betreiben wollen…“

Dagmar Schönleber (Foto: Ralf Bauer)

Stefan Noelle, Celler Schule 2009, sieht die neuen Blüten, die die Kulturszene in Corona-Zeiten im Internet treibt, kritisch: „Ich nutze die freiwerdende Zeit vor allem zum Üben. Mich zu verbessern, damit ich nach der Krise im Zweifel noch mehr gefragt bin, ist immer ein gutes Ziel. Zum Schreiben fehlte mir bis jetzt die Muße, denn Verschiebungen und Umbuchungen erfordern Zeit. Skeptisch bin ich gegenüber dem ganzen freien Content, der jetzt von uns Kreativen massiv ins Netz gedrückt wird. Ich halte das für eine gute Möglichkeit zur Klientelpflege, bezweifle aber stark, dass das tatsächlich eine dauerhafte wirtschaftliche Grundlage für ganz viele sein kann. Im Gegenteil befürchte ich da eher eine weitere Entwertung unserer Arbeit, wenn wir jetzt massenhaft zeigen, dass wir alle bereit sind, ohne Bezahlung schöne Sachen zu machen. Unser Publikum darf uns ruhig ein bisschen vermissen, oder? Dann will es uns danach um so mehr wiedersehen.“

Und ich (Celler Schule 2016, by the way)? Ich habe keine Lust, mich durch vermeintlich unbürokratische Anträge und dergleichen zu arbeiten. Und ebenso wenig möchte ich, dass die kreative Selbst- und Frendausbeutung nun online fortgesetzt wird (Stichwort „Honorar können wir leider nicht zahlen, wir zahlen ja schon das Kamera-Team…“). Lieber mache ich aus der Not eine Tugend und freue mich, endlich Zeit zu haben: Ich schreibe an meinen Musical-Projekten, und sitze an neuen Songs für mein Programm. Mein persönliches Experiment heißt „Crowdfunding„: Dieser Tage startet ein Blog, der meine virtuelle Bühne sein wird in dieser Zeit. Wer will, kann sich gratis inspirieren lassen. Wer möchte kann aber auch solidarisch sein und spenden. Wofür: Für neue Gedichte, Geschichten, Sprüche und Songs, die uns online durch die Tage der Isolation begleiten, und die hinterher auf die Bühne kommen. Dann, wenn es wieder geht. Und bis dahin gilt: #wirbleibenzuhause

 

 

Konnst du mi hern

von Turid Müller

Aktuelle Single der Hundskrippln: Eine Rockballade über den Tod.

Die Mundart-Band ist eigentlich „für fetzige bayrische Lieder bekannt“. Doch die aktuelle Single hat eine ganz andere Note: Es geht um den Tod. Und um die Frage: Was passiert danach?

Als Nordlicht mag man sich fragen: Was ist das eigentlich? Hundskrippln? Die Website der bayrischen Boygroup liefert Antworten: „Hundskrippln ist ein bayerisches Schimpfwort für einen gerissenen, gemeinen Kerl oder die Bezeichnung für ein ungezogenes Kind.“ So versteht sich auch der Kommentar der Stadlpost zur Single: „Die Hundskrippln werden erwachsen“!

Leadsänger Manuel Peisker ist der Haupt-Texter des neuen Songs. Matthias (Hias) Riegler – Celler Schule 2019 – hat bei dem Song das Drehbuch geschrieben und Regie geführt. Kameramann war Lukas Plöchl aus Österreich. Schnitt: Thomas Eberl (der Gitarrist). „Konnst du mi hern“ ist die erste Single vom zweiten Album. Es wird im Herbst erscheinen. Es ist der erste Song, den die Band bei Erwin Bader aufgenommen hat, einem Produzenten aus Wien. Bekannt ist Bader unter anderem durch das Erfolgsduo ‚Pizzera&Jaus‘. Auch hat er die ESC-Gewinnerin Conchita Wurst produziert.

„Es gab trotz des traurigen Inhalts beim Dreh immer mal wieder Momente, an denen wir rumgeblödelt und gelacht haben,“ erzählt Hias. „Ich denke es ist auch wichtig bei so einem traurigen Song, da man sich sonst irgendwann gegenseitig runterzieht. Gleichzeitig ist es aber genauso wichtig, sich wenn die Kamera läuft dann wieder schnellstmöglich in die Lage zu versetzen, um das Ganze auch authentisch und glaubwürdig rüber bringen zu können.

Ich selbst spiele ja den Verstorbenen im Video. Ich wurde oft gefragt, ob es denn nicht schwierig sei, da sein eigenes Sterbebild anzuschauen und einen Toten zu spielen. Ich empfand das aber nicht als schwierig, da für mich hier der künstlerische Aspekt im Vordergrund steht. Die Musik und auch eventuell dazugehörige Videos sind einfach Emotion pur, egal ob fröhlich, traurig oder sonst was. Das ich persönlich dann eben diesen jenen gespielt habe steht für mich völlig im Hintergrund.“

Dem emotionalen Video werden Worte aber nur begrenzt gerecht. „Gänsehautmomente“ müsst Ihr Euch selbst abholen. Schaut mal rein! – Ihr seid nicht die Ersten. Das Video hat schon eine beachtliche Anzahl von Views.- Der Tod geht uns eben doch alle an.

Eine Frage der Blickrichtung – Feindlers Monatsgedicht März bezieht Stellung zu Hanau, Thüringen und Halle

Zusammengestellt von Turid Müller

Er findet Worte für die Ereignisse, die dieser Tage vielen die Sprache verschlagen haben…

 

Im Newsletter März empfiehlt Michael Feindler einen Beitrag vom Deutschlandfunk – schon ein paar Jahre alt, aber leider noch immer aktuell. Es sei eben – mein Feindler:

Eine Frage der Blickrichtung

Wir können es nur schwer ertragen –
doch, wie es dazu kam, verstehen.
Und sollte irgendwer nun sagen,
er habe das nicht kommen sehen,
was sich seit tausenden von Tagen
am Horizont zusammenbraute,
der muss sich heute ernsthaft fragen,
wohin er all die Jahre schaute.

Wegbereiter für die tödlichen Folgen der Hetze, wie wir sie in Hanau erleben mussten, will der Textdichter nicht nur in den Reihen der AFD sehen. Und so legt er uns Lesenden einen Text der Krautreporter ans Herz, der auch die Rolle der Unionsparteien aufs Korn nimmt.

 

Er schließt mit den Worten:

„Alles Gute und einen aufmerksamen Blick“!

In diesem Sinne…

 

Risikobereitschaft – Feindlers Wort zum neuen Jahrzehnt

Eingestellt von Turid Müller

Das aktuelle Monatsgedicht gibt uns den Wunsch zu Besonnenheit mit auf den Weg.

 

Was werden wir aus dem neuen Jahrzehnt machen? fragt Michael Feinder. Und: Was werden die künftigen politischen Debatten bringen? Werden wir es lernen, „demokratisch notwendige“ von denen zu unterscheiden, die „überflüssig“ sind? Oder machen wir weiter wie bisher?

„Welche dieser beiden Optionen die größeren Risiken birgt, hängt vom konkreten Fall ab. Es soll ja sogar Fälle geben, in denen die unbedingte Beibehaltung eines Status quo diesen Status quo erst recht gefährdet.“ Im Gedicht geht es folgerichtig um „gesunde und ungesunde Formen von“:

 

Risikobereitschaft

 

Du hast mir häufig imponiert
mit Deinem Hang zum Risiko.
Da hab ich manchmal Neid verspürt,
noch öfter dachte ich: „Chapeau“,

 

weil ich mich selbst so wenig traute,
zumal ich das Spontane mied
und gern auf die Statistik schaute,
bevor ich irgendwas entschied.

 

Statt mich, wie Du, ins Abenteuer
zu stürzen und mal viel zu wagen,
war mir das nie so ganz geheuer
und ständig hörtest Du mich fragen:

 

„Was tust Du, wenn Dir was passiert?“
Dann kamst Du nachher grinsend an
und meintest: „Hat ja funktioniert.“
Das ändert aber nichts daran,

 

dass ich inzwischen klar erkenn:
Es ist bescheuert, was Du machst.
Das sag ich Dir persönlich, wenn
Du aus dem Koma noch erwachst.

Wohnzimmerkonzert in Münster – Stefan Noelle spielt in gemütlicher Runde

Von Mario Rembold

Ein Hocker, eine Gitarre und Stefan Noelle – mehr braucht es nicht für ein gelungenes Wohnzimmerkonzert.

Gut, ein kleines Grüppchen Zuhörender vielleicht noch, die ein offenes Ohr haben für Songs im Singer/Songwriter-Gewand. All diese Zutaten waren beisammen – am 4. Dezember zuhause bei Edith Jeske und Peter Heske. Rund zwanzig Gäste holten sich noch schnell ein Getränk, legten das Smartphone beiseite und machten es sich gemütlich. Hier ein paar Eindrücke:

Zu Beginn erzählt Stefan Noelle, wie er 2009 über die Celler Schule dazu kam, Zitat: „ernsthaft eigene Songs zu schreiben“. Der professionelle Schlagzeuger und Percussionist war zu diesem Zeitpunkt bereits zwanzig Jahre auf Bühnen und in Studios unterwegs, schrieb Film- und Theatermusik. Mittlerweile sieht man ihn außerdem mit seinen selbstverfassten Liedern auf der Bühne. Heute ganz ohne Band und ohne Mikro. Auch die nylonbespannte Konzertgitarre erklingt ohne Verstärker und somit vollkommen unverfälscht. In dieser Form geht das wirklich nur in einer Wohnzimmer-Atmosphäre. Mal berührt Stefan die Saiten nur ganz leicht, so dass man die Begleitung mehr erahnt als hört. Gelegentlich nimmt die Gitarre aber auch Fahrt auf – ein Dynamikumfang, der sich in einem großen Saal über Boxen nur schwer realisieren lässt.

Auch Kater Freddy hat Stefan Noelles Musikpoesie genossen.

Stefan ist ein Mann der leisen Töne und hat ein Händchen für eingängige Melodien und Metriken. Die Texte kommen ganz natürlich rüber, und sind doch auf den Punkt gereimt und voller Sprachwitz. Besonders originell finde ich die Mischung aus Melancholie und Humor. Zum Beispiel bei seinem Herbstlied („Gib mir noch mal Saft bevor du gehst“), das er laut Songtext jahrzehntelang vor sich herschob, um es dann doch endlich zu schreiben. Dazu mussten ihm jedoch erst die Haare ausfallen.

Sogar ein Fade-Out mit Akustikgitarre ist bei Stefan möglich, nämlich am Ende des Stücks „Aber so geht es auch“. Ein Lied über ein Paar, das über die Jahre zusammengeblieben ist, inzwischen aber wohl mehr übereinander denkt als miteinander redet. Und so blendet die Nummer langsam (und ganz ohne Mischpult) aus, indem Stefan immer leiser wiederholt: „Sie glaubt, dass er weiß, was sie denkt, wenn er sagt, dass er hofft, dass sie ahnt, was er meint, wenn er fragt…“.

In einem ganz aktuellen Stück outet sich Stefan außerdem als deutscher Patriot, der sich nicht von AfD und anderen Rechtspopulisten den Begriff „deutsch“ definieren lassen will. „Muss ich jetzt was sagen?“ ist ein originelles Statement gegen all jene, die Vokabeln wie „Patriotismus“ oder „deutsche Werte“ für sich allein vereinnahmen wollen. Denn schließlich kann man sein Land auch lieben, ohne dabei zu hassen, zu hetzen oder auszugrenzen. Auch dieser Song kommt wieder mit pfiffigen Wortspielen daher – aber die möchte ich hier nicht vorwegnehmen.

Und so vergeht ein kurzweiliger Abend mit Texten zwischen Liedermacher, Chanson, Kabarett und Pop. Als Zugabe gibt es zuletzt noch den Titelsong seines Albums „Meinetwegen im Regen“. Auf der CD ist das Lied voll arrangiert zu hören. Ich persönlich liebe aber vor allem die Livefassung nur mit Gitarre und empfinde sie als lebendiger und energiegeladener. Es sei erwähnt, das Edith Jeske mir sofort widersprach, denn schließlich sei ja die CD-Fassung ebenso herausragend. Da hilft nur eins: Sich selber ein Bild machen und erst die CD bestellen und diese dann zum Signieren zum nächsten Stefan-Noelle-Konzert mitnehmen.

Tamara Olorga bekommt Deutschen Filmmusikpreis

Von Turid Müller

Der Preis 2019 geht an ‚Komm zurück‘ aus Schneewittchen und der Zauber der Zwerge von Anja Krabbe, Tom Stöwer, Michael Beckmann und Tamara Olorga.

Am 08. November fand in Halle/Saale die 6. Verleihung des Deutschen Filmmusikpreises statt. Tamara Olorga (Celler Jahrgang 2016) gewann dabei mit dem Titellied „Komm zurück“ aus dem ZDF-Fernsehfilm „Schneewittchen und der Zauber der Zwerge„. Die Songwriterin schreibt für die Schedler Music Studios und  steht auch selbst vor dem Mikrophon. 

Sisters of Comedy – Ab jetzt für immer!

von Turid Müller

Kleinkünstlerinnen gehen bundesweit für mehr Gleichberechtigung auf die Bühne.

Im letzten Jahr hat Deutschland 100 Jahre Frauenwahlrecht gefeiert: Die Geburtsstunde der Sisters of Comedy. Das Ziel: Auf die Missstände in Punkto Geschlechtergerechtigkeit aufmerksam machen. – Die auf der Kleinkunst-Bühne und die in der großen Welt. Das hat so gut funktioniert, dass die Sisters offenbar gekommen sind, um zu bleiben: Ab jetzt stehen die Künstlerinnen jedes Jahr im ganzen deutschsprachigen Raum für mehr Gleichstellung im Rampenlicht. Und viele ExCellent*innen sind dabei!

Ja, das Sternchen lohnt sich! Denn es wandeln nicht nur Frauen auf den Pfaden der Emanzipation:

Mit Ferdi Riester ist unter den „Sisters“ auch ein „Brother“; als Teil der Gruppe Die schrillen Fehlaperlen gehört er zu den Gastgeber*innen in Erlaheim. Und im Hamburger Polittbüro haut an meiner Seite Michael Hierer als Quoten-Mann des Abends in die Tasten. In Hamburg sind die Sisters übrigens – bundesweit einmalig – gleich mit drei Spielorten vertreten! Aber jetzt zu denen, um die es eigentlich geht an diesem Abend: Die Frauen:

In Erfurt ist Isabel Arnold (HyperBel) Gastgeberin im HsD. In Esslingen steht Anette Heiter mit ihrem juristischen Kabarett auf der Bühne. In Herrenberg spielt Anne Folger auf der Klaviatur des Publikums – wie ihr Programm-Titel verspricht: ein Selbstläufer! In Köln gibt’s im Stollwerck Kabarett mit Dagmar Schönleber. Sie ist nicht nur die Patin der Show, sondern gehört auch (zusammen mit Carmela de Feo und Patrizia Moresco) zu den Gründerinnen der Bewegung. In Rheine rockt Feli die Stadthalle. In Stuttgart singt Katie Freudenschuß.

Habe ich eine Kollegin vergessen? – Dann lasst es mich bitte wissen! Die Fülle ist überwältigend! Gut so!

Denn: Feminismus ist zwar ein Wort, das nicht bei allen auf offene Ohren stößt. Aber die Kleinkunst ist nicht die einzige kulturelle Sparte, die sich mit Gleichstellungs-Fragen beschäftigt. Auch aus anderen Richtungen gibt es Bestrebungen, auf mehr Gerechtigkeit zwischen den Geschlechtern hinzuwirken. Auf Facebook gibt beispielsweise es die Gruppe Musicalfrauen stärken Musicalfrauen“, die unter anderem bei der Preisverleihung der Deutschen Musical Akademie 2018 mit der Forderung 50/50 auf sich aufmerksam machte.

In diesem Sinne: Kommt gucken! Spielt im nächsten Jahr mit oder organisiert bei Euch vor Ort eine Show der Sisters! – Gemeinsam können wir was bewegen.