Wader Wecker Vaterland

von Claudia Karner (Celler Schule 2006)

Hannes Wader und Konstantin Wecker: zwei Urgesteine der deutschen Liedermacherszene, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Auf die Frage, ob er meine, mit seinen Liedern die Welt verändern zu können, antwortet Wader lapidar: „Nein! Das meine ich nicht!“ Und Wecker entgegnet: „Man muss doch die Gegenfrage stellen: Ohne unsere Lieder hätte sich die Welt verändert. Sie hätte sich negativ verändert.“ Die Zitate stammen aus dem Dokumentarfilm Wader Wecker Vaterland des jungen deutschen Filmemachers Rudi Gaul, der 2011 beim Münchner Filmfest Premiere hatte, vergangene Woche in der ARD gesendet wurde und nun auf DVD erschienen ist.

Hannes Wader und Konstantin Wecker: Zwei Legenden, zwei Stimmen und eine Welt voller Lieder. Gaul begleitete sie 2010 auf der gemeinsamen Tournee Kein Ende in Sicht mit seiner Kamera quer durch Deutschland und gewährte so den Zuschauern auch einen Blick hinter die Kulissen. Wader, der aus Bielefeld stammende Eigenbrötler, trifft auf Wecker, den Ton angebenden bayrischen Kraftlackl. Man erlebt, wie die beiden auf der Bühne ihre Lieder teilen, ist erstaunt, wie gut das funktioniert und spürt: Das ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft.

Zwischendurch beleuchtet der Regisseur mit Rückblenden das durchaus bewegte, von Skandalen und Krisen geschüttelte Leben der beiden Künstler und erlaubt dem Publikum Einblicke in ihre Privatsphäre, zum Beispiel wenn Wecker im Wohnzimmer seines Schwabinger Hauses den Text für eine neue Filmrolle lernt und Sohn Tamino dabei sein Stichwortgeber ist, oder wenn Wader daran scheitert, ein Omelett zuzubereiten.

„Hannes, es ist schön, mit dir aufzutreten“, sagt Wecker nach einem Auftritt im Brustton der Überzeugung. Und Wader antwortet: „Dann machen wir das mal wieder.“  Hoffentlich!

 

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