10. Kabarettakademie in Bad Kissingen

von Claudia Karner (Celler Schule 2006)

Ich komme selten allein, behauptet meine Celler Jahrgangskollegin Madeleine Sauveur, Musikkabarettistin und Autorin aus Mannheim, in ihrem aktuellen Programm. Meist an ihrer Seite  – sowohl auf der Bühne als auch privat –  ist Clemens Maria Kitschen, seines Zeichens Pianist, Komponist und Multiinstrumentalist. So auch bei der Kabarettakademie 2013, die heuer von 14. bis 18. August im Heiligenhof in Bad Kissingen stattfindet.

Seit 2004 trifft sich dort der deutschsprachige Kabarett-, Chanson- und Comedy-Nachwuchs, um sich bei Bühnenprofis den Feinschliff zu holen. Daneben hat man die Gelegenheit, Erfahrungen auszutauschen, neue Inspiration zu tanken und jede Menge Spaß zu haben. Auch wer nur mal so in das Genre hineinschnuppern möchte, so wie ich es im vergangenen Jahr gemacht habe, ist hier gern gesehen. Aus zehn Workshops, die von Improvisation bis zur Schreibwerkstatt reichen, kann man zwei auswählen, die einem am besten gefallen.Leiter der Kabarettakademie, die einer Initiative von Rainer Hofmann-Battiston, Mitbegründer des Kabarettpreises „Reinheimer Satirelöwen“ zu verdanken ist, ist Michael Ihringer. Der Schauspieler und Kabarettist aus Darmstadt war von Anfang an dabei. In den ersten vier Jahren fand die Kabarettakademie in der Bildungsstätte Burg Fürsteneck statt. “Als Burg Fürsteneck die Veranstaltung aus dem Programm nahm, führte ich sie mit dem von mir gegründeten Förderverein als Veranstalter in Bad Kissingen weiter. Die Idee war einfach zu gut!“, erzählt Ihringer. “Was die Kabarettakademie so einmalig macht, ist die Gruppendynamik, die sich jedesmal entwickelt, wenn sich 50 oder 60 Kulturschaffende aller Genres und Entwicklungsstufen für fünf Tage am Stück aufeinander einlassen. Da passiert so unendlich viel, dass alle Bedenken, die man vorher vielleicht hat, und alle Unterschiede zwischen Laien und Profis, Teilnehmern und Referenten ganz schnell verschwunden sind. Man ist einfach nur noch Teil von einer großen Entwicklung.”

Das Resümee nach zehn Jahren? „Besser als erwartet!“ sagt Ihringer. „Und so denken auch viele Teilnehmer, die zum dritten oder vierten Mal oder noch öfter teilnehmen. Auch die Referenten kommen gerne wieder und bringen sich mit viel Engagement und Idealismus in die Workshops und  die ganze Akademie ein. Sowohl bei den Teilnehmern als auch bei den Referenten haben wir immer rund zwei Drittel Wiederholer, die den Geist weitertragen, und ein Drittel Newcomer, die frischen Wind in die Sache bringen. Diese Erfolgsformel hat sich überall die Jahre bewährt und ist ein echtes Qualitätssiegel.“ 

„Ich glaube, wir sind heuer schon zum fünften Mal dabei“, sagt Madeleine Sauveur. Dieses Jahr beschäftigt sie sich gemeinsam mit Clemens Maria Kitschen mit Chansoninterpretation. „Die Arbeit in den Workshops macht mir jedes Jahr wieder großen Spaß. Letztes Mal hatten wir eine besonders homogene Gruppe, und das Ergebnis war sehr effektiv.“ Und noch ein ExCELLEnt steht  heuer auf der Referentenliste: Tilman Lucke, Musikkabarettist  aus Berlin. Gemeinsam mit der Wiesbadener Schauspielerin und Sängerin Helga Liewald macht er Gruppen-Coaching. „Es geht in dem Workshop um die konsequente Weiterentwicklung und Fertigstellung bereits geschriebener Nummern“, erklärt Lucke. „Ich möchte Kollegen helfen, die am Anfang ihrer Kabarettkarriere stehen und/oder sich verbessern möchten. Natürlich bekomme ich auch selbst wichtige Anschübe und Ideen für mein eigenes Programm, wenn ich mehrere Tage lang mit originellen Menschen zusammen bin.“

ExCELLEnte wurden auch schon auf der Teilnehmerliste gesichtet. Zum Beispiel Sylvia, die Unvollendete. Sie gerät ins Schwärmen, wenn sie an den letzten Sommer denkt: „Ich habe 2012 erstmalig an der Kabarettakademie teilgenommen und damit eine Perle entdeckt. So viele Gleichgesinnte aus dem Kabarett- und Chansonbereich trifft man selten auf einem Fleck. Die Stimmung ist kollegial, international und phänomenal.“ Begeistert ist sie auch von der Organisation und den fachkundigen Dozenten. „Man lernt man in eine Menge dazu und kann länderübergreifende Kontakte knüpfen.“

 

 

 

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