Zum 80. Geburtstag von Michael Heltau

Von Claudia Karner (Celler Schule 2006)

Er ist einer der größten österreichischen Künstler, obwohl er gar nicht in Österreich geboren wurde, sondern im bayrischen Ingolstadt, und im Salzkammergut aufwuchs. Trotzdem gilt er  längst als zutiefst wienerisch, weil er diese Stadt von Anfang an umarmte, wie sie ihn seit vielen Jahren zurück umarmte. Heute feiert  Schauspieler, Entertainer und Chansonnier Michael Heltau seinen 8o. Geburtstag.

Heltau spielte alle Klassiker dieser Welt, Hamlet, Romeo, Wallenstein, Mackie Messer, den Zerrissenen und Anatal, ehe er Mitte der Siebziger Jahre das Chanson für sich entdeckte, allem voran  Jacques Brel, genial ins Deutsche übertragen von Werner Schneyder. Mittlerweile feiert er mit dem 33. Bühnenprogramm, das den  Titel „Es ist immer jetzt!“  trägt, Triumphe  und lässt dabei sein Publikum, das in all die Jahre begleitet  hat, ganz schön alt aussehen, wie ich im vergangenen Mai im  Burgtheater in Wien schmerzlich feststellen musste.

Gern erinnere ich mich an den Liedercircus, eine  höchst erfolgreiche Fernsehshow, wo  Michael Heltau vier Jahre lang – von  1976 bis 1979  – als Conferencier in Frack und Zylinder Sängern,  Liedermachern und Chansonniers wie Reinhard Mey, Konstantin Wecker, Margot Werner  und Mort Shuman den roten Teppich legte. (Das ist mittlerweile solange her, dass sich sogar das Internet darüber ausschweigt!). Damals erwachte bei Heltau die Lust, selbst Chansons zu singen. Im Klappentext der LP „Himmelhoch jauchzend zu Tode betrübt – Wienerische Lieder“ , die 1979 erschien, schrieb André Heller: „Das Wienerische hat in ihm den Meister eines lang verwaisten Faches gefunden: singender Schauspieler schmerzlicher Zwischentöne. Österreichs Hauptstadt ist arm an weltmännischen Figuren. Michael Heltau ist eine von ihnen.“ Dieser Satz hat auch 34 Jahre später noch seine Gültigkeit. Genauso wie der Spruch seines Tapezierers (oder war es doch der Installateur?): „Das Leben ist voll von einfachen Lösungen“, den  mir Heltau als Widmung in eine Biographie von Jacques Brel schrieb. Oder der Satz: „Nach dem Auftritt brauche ich Menschen, die mir schonungslos was Nettes sagen“.  Zum Glück tun das seine Fans heute noch.

Auf die Reporterfrage nach seinem Herzenswunsch zum 80. Geburtstag antwortete der Doyen des Wiener Burgtheaters: „Ich werde  mich hüten, mir etwas zu wünschen. Das könnte ja etwas weniger Tolles sein, als ich jeden Tag erlebe. Mein Leben war und ist von vielen glücklichen Umständen geprägt. Warum soll ich mir da noch mehr wünschen?“ Dann wünsche halt ich ihm was: „Alles Gute zum Geburtstag!“

 

 

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